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09.03.2014

10:11 Uhr

Juri Gagarin wäre 80 geworden

Der „Kolumbus des Kosmos“

Ein historischer Raumflug hat den Russen Juri Gagarin weltberühmt gemacht. Am heutigen Sonntag wäre der erste Mensch im All 80 Jahre alt geworden. Um die Ursache seines Unfalltodes ranken sich Gerüchte.

Juri Gagarin im April 1961 kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. dpa

Juri Gagarin im April 1961 kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug.

MoskauDas Büro des legendären sowjetischen Raumfahrers Juri Gagarin bei Moskau wirkt, als könnte der Kosmonaut jeden Moment hereinkommen. Frische Blumen stehen auf dem Schreibtisch, daneben steckt in einer Plastikhülle ein handgeschriebener Arbeitsausweis mit der Nummer 10. Doch der erste Mensch im All, der an diesem Sonntag 80 Jahre alt geworden wäre, starb kurz nach seinem historischen Flug. Ein Kalender im Büro zeigt das Todesdatum: 27. März 1968.

Fast 46 Jahre nach Gagarins Tod trainiert längst eine neue Generation von Raumfahrern im Sternenstädtchen, wo das ehemalige Büro des Pioniers heute eine Pilgerstätte ist. Derzeit übt etwa der Deutsche Alexander Gerst für seinen Flug Ende Mai. Doch noch immer dreht sich im Ausbildungszentrum alles um Gagarin.

Auf einer Wiese steht ein Bronzedenkmal des Kosmonauten, und vor einem Wohnhaus wächst ein von Gagarin gepflanzter Baum. „Für uns“, sagt der Ingenieur Boris Michailowitsch Jessin, „ist das ein heiliger Ort“.

Tiere, Menschen und Roboter erobern das Weltall

Erster Affe

Erste Versuche, Affen ins All zu schicken, gehen bis ins Jahr 1948 zurück. Am 11. Juni startete der Rhesusaffe „Albert I“ an Bord einer Rakete in Richtung Weltraum. Bereits ein Jahr später folgte ein weiterer Versuch mit „Albert II“, der eine Höhe von mehr als 130 Kilometern erreichte. Der Affe starb beim Aufprall auf die Erde.

Erster Hund

Seit Beginn der 1950er Jahre wurden auch Hunde ins Weltall geschickt. Das erste Lebewesen, das gezielt in eine Erdumlaufbahn gebracht wurde, war im November 1957 die russische Hündin Laika. Das Tier überlebte die Reise nicht.

Erste Frau

Mit 26 Jahren flog die russische Kosmonautin Valentina Tereschkowa im Juni 1963 als erste Frau in den Weltraum. Sie startete mit dem Raumschiff „Wostok VI“ und umkreiste in fast drei Tagen 48 Mal die Erde.

Erster Deutscher

Im August 1978 brach der DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn mit dem Raumschiff „Sojus 31“ zur Raumstation „Saljut 6“ auf. Nach 124 Erdumkreisungen und einer Flugdauer von sieben Tagen, 20 Stunden und 49 Minuten kehrte er wieder zur Erde zurück.

Erster Tourist

Der US-amerikanische Unternehmer und Multimillionär Dennis Tito reiste 2001 als erster Weltraumtourist zur Internationalen Raumstation ISS – für rund 20 Millionen US-Dollar.

Erster Roboter

Der japanische Mini-Astronaut „Kirobo“ sprach 2013 als erster zweibeiniger Roboter im All zu den Erdbewohnern. Der kleine Blechmann soll den Forschern auf der ISS Gesellschaft leisten und gilt als guter Zuhörer.

Im lokalen Museum ist Gagarins Raumanzug ausgestellt, in Vitrinen hängen sowjetische Zeitungen. Mit einer Schubkraft von rund 20 Millionen PS startet am 12. April 1961 eine Rakete ins All - erstmals mit einem Menschen an Bord. In der „Wostok“-Kapsel kauert Gagarin, Sohn einer Bäuerin und eines Tischlers. In etwas über 100 Minuten umrundet er die Erde, bevor er beim Landeanflug mit dem Fallschirm abspringt: Der harte Aufprall der Kapsel hätte ihn töten können.

Als der 27-Jährige auf einen Acker an der Wolga fällt, erwartet ihn nicht die Weltpresse - sondern eine erschrockene Waldarbeiterin. Die Ingenieure hatten sich beim Landeplatz gründlich verrechnet. Der Flug macht den sozialistischen Vorzeigehelden mit dem jungenhaften Lächeln unsterblich - und zum „ersten Popstar des Ostblocks“.

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