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03.10.2014

20:33 Uhr

Kampf gegen Ebola

Bundeswehr startet Luftbrücke nach Liberia

Die Bundeswehr hat die Luftbrücke ins westafrikanische Ebola-Gebiet gestartet. Eine Transportmaschine brachte fünf Tonnen Hilfsgüter aus Dakar in die liberianische Hauptstadt Monrovia.

Eine Transall der Bundeswehr (Archiv vom 19. September) auf dem Nato-Flugplatz in Hohn: Fünf Tonnen Hilfsgüter. dpa

Eine Transall der Bundeswehr (Archiv vom 19. September) auf dem Nato-Flugplatz in Hohn: Fünf Tonnen Hilfsgüter.

DakarDie Bundeswehr hat die Luftbrücke ins westafrikanische Ebola-Gebiet gestartet. Eine Transall-Transportmaschine brachte an Freitag fünf Tonnen Hilfsgüter vom senegalesischen Dakar in die liberianische Hauptstadt Monrovia, wie eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin sagte.

Es wurde unter anderem medizinisches Material wie Schutzanzüge geliefert. Seit wenigen Tagen sind zwei Transall-Maschinen in Dakar für die Luftbrücke stationiert, an der auch die USA und Frankreich beteiligt sind. Die Bundeswehr will in den nächsten Wochen auch freiwillige Helfer in das Ebola-Gebiet schicken. Die Ausbildung dafür soll Mitte Oktober beginnen.

Unterdessen hat Deutschland einen zweiten Ebola-Patienten aufgenommen. Der infizierte Arzt kam Freitagfrüh mit einem Ambulanzflug in Frankfurt an, wo er nun auf der Isolierstation bei der Uniklinik behandelt wird. „Der Patient ist in sehr ernstem Zustand, aber zumindest bis jetzt in diesem Zustand stabil“, sagte Oberarzt Timo Wolf am Freitag in Frankfurt. Es bestehe die „durchaus berechtigte Hoffnung, dass der Patient diese Erkrankung gut überstehen kann“. Man müsse die nächsten Tage abwarten.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Der Mediziner aus Uganda habe für eine italienische Hilfsorganisation gearbeitet und sich in Sierra Leone mit dem gefährlichen Ebola-Virus angesteckt, sagte Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) in Wiesbaden.

Die Vereinigten Staaten, die auch Ebola-Patienten behandeln, befinden sich indes zwischen Gier und Panik.

Von

dpa

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