Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2014

17:28 Uhr

Kampf gegen Ebola

Lufthansa soll Notfall-Flugzeug entwickeln

Sicherer Transport von Ebola-Infizierten: Das Gesundheitsministerium hat ein spezielles Flugzeug für Notfälle in Ebola-Gebieten in Auftrag gegeben. Derweil liefert Kanada einen experimentellen Impfstoff.

Am Leipziger Flughafen landete kürzlich eine Gulfstream-Maschine mit einem Ebola-Patienten an Bord. dpa

Am Leipziger Flughafen landete kürzlich eine Gulfstream-Maschine mit einem Ebola-Patienten an Bord.

BerlinAngesichts des schwierigen Transports von Ebola-Patienten lässt die Bundesregierung ein Spezialflugzeug entwickeln. Damit sollen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Notfall Helfer ausgeflogen werden, die sich in den afrikanischen Ebola-Gebieten infizieren.

Deshalb beschaffe die Bundesregierung derzeit ein Flugzeug, mit dem symptomatische Ebola-Patienten nach Hause transportiert werden könnten, sagte Gröhe laut Manuskript für eine am Abend auf dem World Health Summit in Berlin geplanten Rede. Bisher verfüge nur die USA über ein solches Flugzeug, in dem hochgradig ansteckende Patienten transportiert werden können.

Die Beschaffung des Flugzeuges ist Teil eines Bündels neuer Hilfsmaßnahmen, die die Bundesregierung für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie plant. Dieser Vorschlag des Auswärtigen Amtes sei in einer Staatssekretärsrunde am 19. September vereinbart worden, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS). Bis Mitte November solle das erste Flugzeug zur Verfügung stehen. Den Auftrag, eine solche Maschine bereitzustellen, habe die Lufthansa erhalten.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von Leyen (CDU) hatte erklärt, dass die Bundeswehr nicht über ein solches Spezialflugzeug zur Evakuierung hoch ansteckender Patienten verfüge. Die nun geplante eigens ausgerüstete Transportmaschine wäre ein Prototyp, der auch von anderen europäischen Ländern übernommen werden könnte.

Die FAS hatte geschrieben, nur die US-Firma Phoenix Air mit Sitz in Georgia verfüge über zwei solcher Maschinen auf Basis eines Typ Gulfstream G-III. Die Spezialflugzeuge würden von Regierungen über das US-Außenministerium gemietet. Sie seien auch für Flüge hochinfektiöser Erkrankter nach Deutschland eingesetzt worden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×