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05.08.2014

08:03 Uhr

Kampf gegen Ebola

Weltbank will 200 Millionen für Afrika bereitstellen

Die Weltbank will den Kampf gegen Ebola in Westafrika mit Millionen unterstützen. Derweil steigt die Zahl der Opfer weiter. Von der Epidemie ist nun auch Nigeria betroffen, das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

Ebola fordert immer mehr Menschenleben: Laut der WHO sind bereits mindestens 887 Menschen an dem Virus gestorben. dpa

Ebola fordert immer mehr Menschenleben: Laut der WHO sind bereits mindestens 887 Menschen an dem Virus gestorben.

Frankfurt/Main/Abuja/WashingtonMit der bestätigten Infektion in Nigeria sind erstmals direkte Flugverbindungen zwischen einem Ebola-Land und Deutschland betroffen. Die Lufthansa fliegt täglich von Frankfurt aus zwei Ziele in Nigeria an: Lagos und Abuja. „Wir verfolgen die Situation aufmerksam“, sagte ein Lufthansa-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. „Wir planen derzeit aber keine Veränderung in unserem Angebot.“ Das Auswärtige Amt habe seine Reisewarnung nicht verändert. Experten hielten das Risiko, sich auf einem Flug anzustecken, für extrem gering.

Bei den drei bisher vor allem betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone gebe keine Direktverbindungen zu Frankfurt, hatte am Montag ein Sprecher des Flughafen-Betreibers Fraport gesagt. Kurz darauf berichtete der Gesundheitsminister von Nigeria, ein Arzt, der einen kürzlich in der Zehn-Millionen-Stadt Lagos an Ebola verstorbenen Fluggast aus Liberia behandelt hatte, sei nun selbst mit dem Virus infiziert.

Unter dem Druck der steigenden Zahl von Ebola-Opfern in Westafrika hat die Weltbank derweil den betroffenen Ländern eine Nothilfe von bis zu 200 Millionen Dollar (149 Millionen Euro) zugesagt. Die Mittel sollen Guinea, Liberia und Sierra Leone ermöglichen, das tödliche Virus unter Kontrolle zu bekommen und den wirtschaftlichen Schaden durch die Seuche zu mindern, hieß es am späten Montag (Ortszeit) auf der Webseite der Organisation. Kurz zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf neue Zahlen zur Epidemie gemeldet: Demnach hat Ebola in Westafrika bereits mindestens 887 Menschenleben gefordert.

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„Die internationale Gemeinschaft muss schnell handeln, damit die Ebola-Epidemie gestoppt werden kann“, sagte der Präsident der Weltbank-Gruppe, Jim Yong Kim, am Montag in Washington. Ihm zufolge hatte die Organisation auf den Hilferuf von Guinea, Liberia und Sierra Leone sowie der WHO reagiert. „Ich bin sehr besorgt, dass noch weitaus mehr Menschenleben in Gefahr sind, wenn wir die Weiterverbreitung von Ebola jetzt nicht unterdrücken“.

Derweil wurde bekannt, dass sich die Ebola-Epidemie jetzt auch Nigeria ausgebreitet hat. Ein Arzt, der einen kürzlich in Lagos gestorbenen Fluggast aus Liberia behandelt hatte, sei mit dem Virus infiziert, teilte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu mit. Zwei weitere Menschen, die in Kontakt mit dem Mann waren und auf Isolierstationen liegen, zeigen demnach ebenfalls Symptome. Insgesamt befänden sich acht Nigerianer in Quarantäne, mehr als 60 weitere würden überwacht, hieß es. Lagos ist eine Megametropole mit rund zehn Millionen Einwohnern, Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

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