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28.07.2012

11:22 Uhr

Kampf gegen HIV

Gemischtes Fazit nach Welt-Aids-Konferenz

Sechs Tage, 25000 Teilnehmer, hunderte Veranstaltungen: In Washington ist das weltgrößte Aids-Treffen zu Ende gegangen. Das Fazit nach dem Mammutprogramm ist gemischt. Beteiligte fordern neuen Schwung im Kampf gegen HIV.

Ein Demonstrant in Washington während des Welt-Klima-Gipfels. dapd

Ein Demonstrant in Washington während des Welt-Klima-Gipfels.

WashingtonZum Ende der Welt-Aids-Konferenz in Washington haben Politiker, Prominente und Hilfsorganisationen eindringlich neue Anstrengungen im Kampf gegen Aids eingefordert. Der frühere US-Präsident Bill Clinton rief zu einem effizienteren Einsatz der Gelder auf. „Ich glaube, dass Regierungen auf der ganzen Welt auch in diesen schwierigen Zeiten mehr für die Bekämpfung von HIV ausgeben werden, wenn wir die Auswirkungen des Geldes maximieren“, sagte Clinton am Freitagnachmittag (Ortszeit) bei der Abschlussveranstaltung des weltgrößten Aids-Treffens in Washington. „Wenn wir weiterhin gute Resultate erreichen, wird das Geld da sein.“

Voraussetzungen seien ein transparenterer Umgang mit der Finanzierung, Investitionen, die nicht auf Basis von politischem Willen, sondern von wissenschaftlichen Beweisen entschieden wurden, und mehr Verantwortung für nationale Regierungen und lokale Hilfsorganisationen. „Manche internationale Berater verdienen bis zu 600 Dollar am Tag - davon könnte man drei Menschen je ein Jahr lang mit Medikamenten versorgen.“ Clinton, der bereits zum vierten Mal bei einer Aids-Konferenz sprach, setzt sich mit einer von ihm gegründeten Stiftung seit Jahren unter anderem im Kampf gegen HIV ein.

Zuvor hatte bereits Oscar-Preisträgerin Whoopi Goldberg zu mehr Engagement in der Bekämpfung der Epidemie aufgerufen. „Mir scheint es lächerlich, dass wir dieses Problem nicht lösen können“, sagte die Schauspielerin. „Wir haben doch schon so viel erreicht und wir sprechen stundenlang mit Menschen aus aller Welt, aber trotzdem fällt es uns schwer, Millionen von Leben zu retten?“

Auf der Konferenz in Washington hatten rund 25.000 Teilnehmer aus mehr als 180 Ländern sechs Tage lang über Fortschritte und Rückschritte im Kampf gegen Aids diskutiert.

Das Treffen sei ein „enormer Erfolg gewesen“, sagte die Fraktionschefin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi. Die neue Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS), Françoise Barré-Sinoussi, sprach von einer „großartigen und wegweisenden“ Konferenz. Die französische Nobelpreisträgerin hatte das Präsidenten-Amt im Rahmen des von der IAS organisierten Treffens von Vorgänger Elly Katabira übernommen.

Hilfsorganisationen zeigten sich weniger zufrieden mit den Ergebnissen der Konferenz. Das Treffen habe noch keine großen Durchbrüche erzielt, sagte Carsten Schatz, Vorstandsmitglied der Deutschen Aids-Hilfe. Er forderte außerdem mehr deutsche Forschungsanstrengungen zur Heilung von HIV. „Wenn Deutschland bei der Finanzierung der Forschung so zurückhaltend bleibt wie bisher, laufen wir Gefahr, abgehängt zu werden.“

Die 20. Welt-Aids-Konferenz soll im Juli 2014 im australischen Melbourne stattfinden. Es werden mehr als 14.000 Teilnehmer erwartet.

Von

dpa

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