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24.07.2016

20:34 Uhr

Kampf gegen Schlafmangel

Konzerne belohnen ausgeschlafene Mitarbeiter

Schlafmangel ist längst zu einer Art Statussymbol der Erfolgreichen geworden. Dabei zeigen Untersuchungen, dass mehr Schlaf auch eine bessere Performance im Job bedeutet. Manche Unternehmen ziehen bereits Konsequenzen.

Wer ausreichend schläft, arbeitet besser. dpa

Erfolgreich durch Schlaf

Wer ausreichend schläft, arbeitet besser.

WashingtonUS-Präsidentschaftskandidat Donald Trump brüstet sich damit, kaum Schlaf zu brauchen. Yahoo-Chefin Marissa Mayer ruht oft nur vier Stunden pro Nacht, Tesla-Generaldirektor Elon Musk kommt mit sechs Stunden aus. Wer ganz oben ist, der hat keine Zeit zum Schlafen, so lautet in den USA bisher das Credo der Erfolgreichen.

Und doch: Viele Amerikaner entdecken eine neue Liebe zum Schlaf – denn er soll noch erfolgreicher machen. Das jüngste Buch der Unternehmerin und Huffington-Post-Gründerin Arianna Huffington preist die Vorzüge des Ausgeschlafenseins: „The Sleep Revolution“ (Die Schlafrevolution) setzte sich wochenlang auf den Bestsellerlisten fest.

Erste Unternehmen belohnen nun ihre Mitarbeiter dafür, dass diese genug schlafen. Medien berichten über übermüdete Arbeitnehmer, die als eine Art Zombie-Armee durch die Firmenetage wanken, und treiben den Wandel voran.

Zunächst war es das Mittagsschläfchen am Arbeitsplatz, zu dem unter anderem Google und Facebook ihre Mitarbeiter ermutigten. Seit kurzem bezahlt nun eine große Krankenversicherung ihren Angestellten sogar einen Bonus für ausreichende Nachtruhe.

„Dinge sind schneller erledigt, wenn die Leute präsent und vorbereitet sind. Aber man kann nicht gut vorbereitet sein, wenn man noch halb schläft“, sagte Mark Bertolini, Vorstand der Aetna Krankenversicherung, bei einem TV-Aufritt. Das Unternehmen zahlt seinen Mitarbeitern für je 20 Nächte mit mehr als sieben Stunden Schlaf 25 US-Dollar (24 Euro) – insgesamt bis zu 300 US-Dollar pro Jahr.

Dafür müssen die Arbeitnehmer ihre nächtlichen Ruhezeiten präzise in ein digitales Schlaftagebuch eintragen – oder direkt über eines der weit verbreiteten Fitness-Armbänder dorthin senden. Den Verdacht, indiskrete Blicke in den Lebenswandel der Mitarbeiter werfen zu können, versucht das Unternehmen auszuräumen, indem es die Daten von einem Drittanbieter auswerten lässt.

Und Ausnahmen, etwa wenn kleine Kinder nachts aufwachen, würden dabei durchaus toleriert, heißt es. Unterm Strich, so rechnete Bertolini vor, soll die bessere Nachtruhe auch mehr Produktivität bringen.

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