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20.01.2005

09:45 Uhr

Kanzler eröffnet Einsteinjahr

Albert Einstein als Polit-Maskottchen

VonBarbara Gillmann

Der Kanzler macht die Wissenschaft zur Chefsache – gestern Abend eröffnete Gerhard Schröder höchstpersönlich das Einstein-Jahr.

Albert Einstein hat sich zeitlebens nicht für Werbezwecke hergegeben. Foto: dpa

Albert Einstein hat sich zeitlebens nicht für Werbezwecke hergegeben. Foto: dpa

HB BERLIN. Zwölf Monate dient der legendäre Physiker nun als Ikone einer beispiellosen Kampagne – im Dienst der Wissenschaft und der Regierung. Der Erfinder der Relativitätstheorie soll das Interesse der Deutschen für Forschung und Technik beflügeln – und nebenbei Innovationskampagne, Bildungs- und Forschungspolitik der rot-grünen Regierung Glanz verleihen.

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„Jahre der Technik“ gibt es schon seit 2000. Erstmals geht der Kanzler nun selbst voran, jetzt wo es nicht um eher sperrige Physik oder Chemie geht, sondern um den zum Popstar gereiften Einstein. Auch der finanzielle Aufwand ist deutlich größer als zuvor.

Geht es nach dem Kanzler, soll das Genie aus Bern gar „einer neuen Kultur der Wissenschaft zum Durchbruch verhelfen“ sagte er bei der offiziellen Eröffnung in Deutschen Historischen Museum in Berlin vor 800 illustren Gästen. Auf dass die Deutschen dann „die enormen Chancen im wissenschaftlich-technischen Fortschritt künftig viel stärker betonen“, hofft der Innovationskanzler.

Zu Lebzeiten hat sich das geehrte Genie trotz vieler Angebote nie für Reklame hergegeben. Nun prangen seine Bonmots gar auf den von einer Berliner Firma gesponserten Fußabtretern: „Das Denken um seiner selbst willen ist wie Musik“, steht auf dem roten Teppich, über den der Kanzler zum Festakt lief. Selbst der Sitz des Regierungschefs wird genialisch geschmückt: Im Februar wird ein Einstein-Zitat an der Fassade des Kanzleramtes enthüllt.

Vor allem in Schulen und Buchläden wird zu lesen sein: „Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen“. Das berühmte Konterfei mit der rausgestreckten Zunge hingegen hat die zuständige Agentur nicht im Programm. Schließlich gehe es darum, „das Denken anzuregen“, heißt es.

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