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31.12.2016

16:16 Uhr

Kernforschungszentrum Cern

Im Disneyland der Teilchenphysiker

Um die großen Fragen der Menschheit zu beantworten, arbeiten am Kernforschungszentrum Cern in Genf Forscher aus aller Welt zusammen. Das Weltlabor steht aber nicht nur beispielhaft für exzellente Forschung.

Mehr als 11.000 Wissenschaftler aus aller Welt suchen am Cern mit komplizierten Experimenten nach Antworten auf die großen Fragen der Menschheit. dpa

Experimentierhalle am Cern

Mehr als 11.000 Wissenschaftler aus aller Welt suchen am Cern mit komplizierten Experimenten nach Antworten auf die großen Fragen der Menschheit.

GenfImmer wieder den Urknall simulieren: Das Europäische Forschungszentrum Cern ist so etwas wie das Disneyland für Teilchenphysiker. Seit mehr als 60 Jahren forschen Wissenschaftler aus aller Welt in dem hochmodernen Riesenlabor westlich von Genf. Mit Hilfe des größten und leistungsstärksten Teilchenbeschleunigers des Planeten versprechen sie sich Antworten auf fundamentale Fragen, wie zum Beispiel: Woraus besteht das Universum?

Mit komplexen Formeln und noch komplexeren Experimenten sind mehr als 11.000 Wissenschaftler aus aller Welt den Rätseln auf der Spur. Das multinationale Weltlabor steht aber nicht nur beispielhaft für exzellente Forschung, sondern auch für friedliche Kooperation.

Teilchenbeschleuniger LHC: Gespanntes Warten auf die Weltmaschine

Teilchenbeschleuniger LHC

Gespanntes Warten auf die Weltmaschine

Nach überwundenen Marder-Problemen soll der riesige Teilchenbeschleuniger LHC bald wieder starten. Arbeit genug gibt es für ihn – etwa die Suche nach einem mysteriösen Teilchen, das Physiker in helle Aufregung versetzt.

„Hier arbeiten Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen eng zusammen“, sagt Generaldirektorin Fabiola Gianotti, die Anfang 2016 die Leitung der Einrichtung übernommen hat. Über Nationalitäten hinweg ziehe man als Team an einem Strang, erklärt die Italienerin. Und zwar mit jeder Menge Hingabe und Enthusiasmus.

„Das Teamwork hier ist motivierend und die Internationalität beeindruckend“, sagt auch Teilchenphysikerin Susanne Kühn. Die 36-Jährige kommt von der Uni Freiburg und forscht schon seit Jahren an der Einrichtung. Derzeit arbeitet sie am Atlas-Experiment mit, am größten Detektor des Cern.

Dabei werden mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC) Protonen fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und in einer 27 Kilometer langen unterirdischen Ringbahn aufeinander gejagt. Dort stehen vier Teilchendetektoren, einer davon Atlas. Sie zeichnen auf, was bei den 40 Millionen Kollisionen pro Sekunde passiert.

Die energiegeladenen Teilchentrümmer zerfallen in neue Teilchen und hinterlassen Spuren in den Detektoren entlang des Rings. Kühn tut dann das Gleiche wie Hunderte ihrer Kollegen: Sie versucht, aus den Unmengen von Daten herauszulesen, was genau beim Teilchencrash passiert ist.

2012 wurde so das Higgs-Teilchen entdeckt, das allem seine Masse verleiht – der noch fehlende Baustein im Standardmodell der Materie. „Man kann ein genialer Physiker sein, doch allein in einer Kammer bringt einem das nichts“, fasst Kühn zusammen. Cern sei Teamwork.

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