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10.01.2005

08:15 Uhr

Kleine Würfel sollen die Weltraummissionen bezahlbar machen – künftig sogar für Privatleute

Minisatelliten erkunden den Weltraum

VonChris Löwer (Handelsblatt)

Die winzigen "Cube-Sats" sind miniaturisierte Hightech-Satelliten, die den Weltraum erkunden sollen. Die Zauberwürfel in schwarz sind dabei in etwa so groß wie eine Kaffeetasse.

BERLIN. Die kleinen Satelliten sehen aus wie Zauberwürfel in schwarz und sind etwa so groß wie eine Kaffeetasse. Sie haben eine Kantenlänge von nur zehn Zentimetern und wiegen ein knappes Kilogramm. Bei den Würfeln handelt es sich nicht um Spielzeug, sondern um miniaturisierte Hightech-Satelliten zur Weltraumerkundung. Cube-Sat heißen sie – wie das gleichnamige internationale Satellitenprogramm, an dem auch das Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin beteiligt ist.

Ziel des Forschungsprogramms ist es, die Kosten der sehr teuren Weltraumexpeditionen drastisch zu senken, bei denen jedes Kilo, das in die Erdumlaufbahn geschossen wird, mit 10 000 bis 20 000 Euro zu Buche schlägt. „Viele kleine Cube-Sats könnten eines Tages im Formationsflug einen großen Satellit ersetzen“, beschreibt Klaus Brieß, Professor für Raumfahrttechnik an der TU Berlin, die Vision der Forscher.

Die noch junge Technik wurde an der California Polytechnic State University San Luis Obispo und dem Space Systems Development Lab der Stanford University entwickelt und hat sich von da aus verbreitet. Mittlerweile arbeiten weltweit mehr als 40 Universitäten und Privatfirmen an dem Programm. Die Berliner Wissenschaftler wollen mit ihren Ideen dazu beitragen, dass die Produktionskosten für die kleinen Flugobjekte niedrig bleiben. Sie verwenden für den Bau der kleinen Würfel Standardkomponenten mit Mikrosystemen aus der Kraftfahrzeug- und Medizintechnik.

Ein erster Praxistest ist bereits bestanden worden: Im Juni 2003 wurden erstmals erfolgreich winzige Würfel in der Erdumlaufbahn platziert. Gleichzeitig wurde eine Minuteman-II-Rakete umgebaut und mit einer Vorrichtung ausgestattet, mit der später einmal bis zu 100 Cube-Sats auf einen Schlag im Orbit platziert werden sollen.

Dort angekommen sollen sie verschiedene Aufgaben erfüllen: „Unter anderem eignen sie sich zur Umwelt- und Wetterbeobachtung sowie für Kommunikation und Wissenschaft“, erläutert Brieß. Denkbar sei, dass mehrere Satelliten auf das gleiche Ziel auf der Erde ausgerichtet werden und dieses zeitgleich mit verschiedenen Instrumenten untersuchen.

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