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19.01.2007

15:52 Uhr

Klimaforschung

Das Wetter der Zukunft wird stürmisch

Der Orkan „Kyrill“ nährt auch die Diskussion um den Klimawandel. Wissenschaftler hatten schwere Stürme in diesem Winter vorhergesagt. Umweltschützer sehen in dem Sturm einen Vorgeschmack auf das Wetter der Zukunft.

Der Orkan sorgte für ein Verkehrschaos. Viele LKW stürzten um, wie auf der A71 in Thüringen, Foto: dpa dpa

Der Orkan sorgte für ein Verkehrschaos. Viele LKW stürzten um, wie auf der A71 in Thüringen, Foto: dpa

Nach Ansicht von Umweltschützern liefert der Orkan „Kyrill“ einen Vorgeschmack auf das Klima der Zukunft. „Dass wir in Zukunft öfter solche heftigen Stürme haben werden, ist ziemlich wahrscheinlich“, sagte WWF-Sprecher Jörn Ehlers.

Die Temperatur steige in Europa tendenziell an, dadurch werde das Wetter unbeständiger. Es müsse deshalb davon ausgegangen werden, dass sowohl die Zahl als auch die Stärke der europäischen Winterstürme in Zukunft erheblich zunehmen dürfte, wenn es nicht gelinge, den Ausstoß an Treibhausgasen entscheidend zu drosseln.

Dem 2006 vorgelegten WWF Sturmreport zufolge müssen sich besonders Großbritannien und die Niederlande auf heftige Orkane einstellen. Die Klimamodelle rechnen hier mit einer Zunahme der Winterstürme um bis zu 25 Prozent. Auch Deutschland bleibe von den klimatischen Veränderungen nicht verschont. Die Wahrscheinlichkeit von schweren Stürmen steige vor allem an der Küste um etwa zehn Prozent. Betroffen wären wichtige Häfen wie Hamburg und Bremerhaven und touristische Regionen wie die Nordseeinsel Sylt.

Dass dieser Winter stürmisch wird, hatten Klimaforscher erwartet. So hatte der Versicherungsmeteorologe Peter Höppe von der Münchener Rück bereits zu Jahresbeginn gewarnt, dass wegen ungewöhnlich hoher Wassertemperaturen im Nordatlantik sowie eines fehlenden Kältehochs über Osteuropa im Januar und Februar schwere Stürme drohten.

Zwar ist klar, dass ein warmer Winter allein noch keinen Klimawandel beweist. Aber die derzeitigen Wetterkapriolen tragen nach Ansicht vieler Forscher die Handschrift eines sich länger abzeichnenden Wandels. Immerhin bescherte 2006 Deutschland bereits den wärmsten Herbst aller Zeiten sowie weitere Wetterrekorde. 2006 war das sechstwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen liegen alle zwischen 1995 und 2006.

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