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29.01.2008

16:07 Uhr

Knapp daneben

Asteroid rast an der Erde vorbei

Kein Stoff für Hollywood: Wie vorhergesagt ist der Asteroid 2007 TU24 an der Erde vorbeigerast. Der kosmische Gesteinsbrocken näherte sich unserem Planeten bis auf rund 538 000 Kilometer - und geht jetzt schon wieder auf Distanz. Es war nicht die einzige kosmische Begegnung am Dienstag.

Auf diesen beiden Radarbildern, aufgenommen im Abstand von wenigen Stunden, ist der Himmelskörper jeweils als heller Fleck erkennbar. Foto: Nasa

Auf diesen beiden Radarbildern, aufgenommen im Abstand von wenigen Stunden, ist der Himmelskörper jeweils als heller Fleck erkennbar. Foto: Nasa

HB PASADENA. Ein Gesteinsbrocken von rund 250 Meter Durchmesser ist am Dienstag an der Erde vorbeigerast. Der Asteroid 2007 TU24 näherte sich der Erde um 9.33 Uhr bis auf rund 538 000 Kilometer - das ist etwa ein Drittel weiter als der Mond.

Laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa war dies die dichteste Begegnung mit dem Asteroiden bis mindestens zum Ende des nächsten Jahrhunderts. Trotz der großen Annäherung bestand für die Erde keine Gefahr: Schon im Vorfeld hatten Nasa-Astronomen eine Kollision ausgeschlossen

Der Asteroid 2007 TU24 war erst am 11. Oktober vergangenen Jahres entdeckt worden. Mit dem 70 Meter großen Goldstone-Radioteleskop in Kalifornien bestimmten die Astronomen in der vergangenen Woche den Durchmesser des zu diesem Zeitpunkt noch 16 Millionen Kilometer entfernten Himmelsobjekts zu grob 250 Metern.

Dank der großen Nähe war der unregelmäßig geformte Himmelskörper für kurze Zeit auch mit kleinen Teleskopen gut zu beobachten. Mit wachsender Distanz nimmt die Helligkeit des Asteroiden jedoch rapide ab, spätestens ab Mittwoch wird er für Hobbyastronomen kaum mehr auszumachen sein.

Asteroiden umkreisen die Sonne ähnlich wie große Planeten. Die meisten finden sich im so genannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Etliche dieser kosmischen Geschosse ziehen allerdings auch auf Bahnen durchs All, die sich mit der Erdbahn kreuzen. So kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen. Welche Zerstörungskraft eine Asteroiden-Kollision haben kann, belegt der bekannte Chicxulub-Einschlag im Gebiet der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Dieser Asteroid löste vor 65 Millionen Jahren ein weltweites Artensterben aus, dem unter anderem die Dinosaurier zum Opfer fielen.

Um das Risiko für die Erde genauer bestimmen zu können, werden erdnahe Asteroiden überwacht. Das Nasa-Programm für erdnahe Objekte (NEO) etwa katalogisiert alle Asteroiden, die der Erde einmal nahe kommen könnten. Dazu zählt auch 2006 JY25, ein ähnlich großer Brocken wie 2007 TU24, der ebenfalls am Dienstag die Erde passierte. Allerdings blieb er deutlicher auf Distanz als sein Partner: Er zog in rund 42-facher Mondentfernung vorbei.

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