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15.08.2011

11:42 Uhr

Kollidierende Galaxien

Ein kosmisches Ausrufezeichen

VonThomas Trösch

450 Millionen Lichtjahre von uns entfernt verschmelzen zwei Galaxien miteinander. Die Sterneninseln bilden nicht nur ein perfektes kosmisches Satzzeichen, sie gewähren uns auch einen Blick auf unsere eigene Zukunft.

Zwei Galaxien, ein Satzzeichen: VV 340. Quelle: NASA/CXC/IfA/D.Sanders et al/STScI/NRAO/A.Evans et al

Zwei Galaxien, ein Satzzeichen: VV 340.

DüsseldorfEin kosmisches Ausrufezeichen haben Wissenschaftler mit den Weltraumteleskopen Hubble und Chandra ins Visier genommen. VV 340 – so der Name des 450 Millionen Lichtjahre entfernten Objekts – besteht aus zwei Galaxien im Frühstadium einer Kollision. In einigen Millionen Jahren werden beide Sterneninseln komplett miteinander verschmolzen sein – ein Schicksal, das auch unserer Milchstraße bevorsteht.

Seine eigentümliche Form verdankt VV 340 der Tatsache, dass wir die beiden Galaxien aus unterschiedlichem Blickwinkel sehen. Die obere Sterneninsel – genannt VV 340 Nord – präsentiert sich uns in Seitenansicht, während wir den Punkt des Ausrufezeichens – VV 340 Süd – in klassischer Frontalsicht wahrnehmen.

Um die beiden Galaxien in voller Pracht abzubilden, kombinierten Nasa-Wissenschaftler Aufnahmen des Röntgenteleskops Chandra mit optischen Daten des Hubble-Teleskops. Die kräftigen Rottöne vor allem im oberen Bildbereich basieren auf Chandra-Beobachtungen, während Hubble insbesondere die bläulich leuchtenden Spiralarme von VV 340 Süd sichtbar macht.

Die starke Röntgenstrahlung der oberen Galaxie verrät die Anwesenheit eines Schwarzen Lochs. Im Zentrum von VV 340 Nord gelegen, saugt es derzeit offenbar große Mengen Materie an, die sich auf dem Weg in die Schwerkraftfalle extrem aufheizt und dabei Röntgenstrahlung aussendet. Dagegen wird das Erscheinungsbild der unteren Galaxie von Gebieten intensiver Sternentstehung dominiert, die sich durch das blaue Licht junger Sterne verraten.

Ein ähnliches Schicksal wie VV 340 ist auch unserer Milchstraße beschieden. Derzeit rast sie auf ihre Schwestergalaxie, den Andromeda-Nebel zu. In etwas zwei Milliarden Jahren, so die Berechnungen der Astronomen, werden beide Sternenwelten kollidieren und zu einer einzigen Galaxie verschmelzen. Ein Schauspiel, das allerdings wohl ohne irdische Zuschauer bleiben wird: Unter dem Einfluss einer sich vergrößernden Sonne dürfte sich die Erde dann längst zu einer lebensfeindlichen Gluthölle verwandelt haben.

Kommentare (2)

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LJA

16.08.2011, 04:46 Uhr

Wieder einmal werden die kosmischen Dimensionen zu einem Stolperstein für einen Zeitungsartikel.
Das Bild, welches die Teleskope einfangen konnten, zeigt natürlich die Situation VOR 450 Millionen Jahren an. Mittlerweile dürfte die Durchdringung weitgehend abgeschlossen sein. Wir können das nur nicht sehen, da uns kein schnelleres Beobachtungsmedium als das Licht zur Verfügung steht.

Werner

10.06.2012, 14:25 Uhr

Warum wird nicht gefragt, wie kollidierende Galaxien mit dem sich angeblich ausdehnenden Raum (Umkehrschluss Urknall)zu vereinbaren sind? Gar nicht! Dazu gibt es bis dato keinen Beobachtungsbeweis für Schwarze Löcher, kein Wunder, es sind abstrakte Konzepte denen einfach physische Existenz unterstellt wird. Gravtitation ist viel zu schwach als Erklärung. Der Elektromagnetismus ist um Potenzen stärker und taugt viel besser als Erklärung was da zu sehen ist: elektromagnetische kosmische Plasmoide. Im Gegensatz zu fiktiven Schwarzen Löchern, sind diese Gebilde real auf der Erde erzeugt worden, sehen den Beobachtungen änlich und bilden sogar Akkretionsscheiben. Rätsel gelöst. Der Unsinn der S.L. wird verschwinden.

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