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14.11.2014

14:28 Uhr

Kometensonde

Philae geht langsam der Strom aus

Nach der Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko sammelt die Esa-Sonde Philae weiter fleißig Daten. Sorgen bereitet den Experten im Kontrollzentrum aber nach wie vor die Energieversorgung des Landers.

So perfekt steht Philae leider nur im Modell. Das Original geriet bei der Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko offenbar in einen Krater oder eine Felsspalte. ap

So perfekt steht Philae leider nur im Modell. Das Original geriet bei der Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko offenbar in einen Krater oder eine Felsspalte.

BerlinMit nur noch einigen Stunden Batterie-Reserven hat der Forschungsroboter Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko („Tschuri“) weitere Versuche vorgenommen. Unter anderem platzierte der Roboter ein Thermometer auf dem mehr als 500 Millionen Kilometer entfernten Himmelskörper. Damit hat der Lander der Kometensonde Rosetta seine erste „mechanische Operation“ gemeistert, wie die europäische Raumfahrtagentur ESA am Freitag mitteilte.

Sorgen bereitet den Experten allerdings nach wie vor die Energieversorgung des Roboters. „Er hat nur noch einige Stunden Lebensdauer mit seiner Batterie“, sagte Projektleiter Philippe Gaudon von der französischen Raumfahrtbehörde CNES. Danach sollten eigentlich Solarzellen die Energieversorgung gewährleisten, aber der Roboter liegt nach seiner holprigen Landung im Schatten.“ Die wissenschaftliche Ernte sei aber bereits jetzt beträchtlich, so Gaudon.

Das kühlschrankgroße Minilabor Philae war am Mittwochnachmittag auf dem Kometen gelandet, allerdings entgegen den Planungen in einer Schrägstellung, womöglich an einem Kraterrand oder in einer Felsspalte. Der Roboter bekommt deshalb nicht wie geplant sechs oder sieben Stunden Sonnenlicht am Tag ab, sondern nur eineinhalb.

Eine der Stützen des Minilabors hängt zudem in der Luft. Da bei der Landung die beiden Harpunen nicht funktionierten, mit denen der Roboter im Kometenboden verankert werden sollte, steht er relativ instabil. Unklar ist deswegen, ob eine geplante Bohrung zur Analyse des Kometengesteins vorgenommen werden kann.

Die Wissenschaftler der europäischen Raumfahrtbehörde Esa befürchteten, dass Philae während des Bohrens das Gleichgewicht verlieren könnte. Aber auch ohne die Bohrung könnten „70 bis 80 Prozent der erwarteten wissenschaftlichen Daten für die erste Lebensphase“ des Roboters erhoben werden, sagte Gaudon.

Die Wissenschaftler im Kontrollzentrum in Darmstadt erhalten seit der Landung regelmäßig Daten und Bilder von ihrem Minilabor auf dem Kometen, der mit einer Geschwindigkeit von 66.000 Kilometern pro Stunde durchs All rast. Bislang hat Philae unter anderem Daten zu Dichte und Temperatur der Kometenoberfläche gesammelt und mit einem sogenannten Spektrometer die Zusammensetzung des Himmelskörpers untersucht.

Kommentare (1)

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14.11.2014, 18:21 Uhr

So erlebt man im Weltraum im Kleinen sozusagen, was uns auf der Erde der Unfug mit der Sonnenenergie beschert:
Funktions- und Wettbewerbsunfähigkeit.

Der Mensch - besonders der ideologisierte - irrt, solange er lebt.

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