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09.08.2016

12:00 Uhr

Kommerzielle Raumfahrt

Von Bremen aus ins All

Hightech aus Bremen ist im Weltraum keine Seltenheit. Das kleinste deutsche Bundesland zählt in der Raum- und Luftfahrtbranche zu den Schwergewichten. Auch Europas Vorzeigerakete Ariane fliegt mit Technik aus Bremen.

Die Oberstufe der künftigen europäischen Trägerrakete Ariane 6 ( geplanter Erstflug: 2020) wird in Bremen gebaut. dpa

Neue Ariane-Rakete

Die Oberstufe der künftigen europäischen Trägerrakete Ariane 6 (geplanter Erstflug: 2020) wird in Bremen gebaut.

BremenAuf den Fensterbänken des Bremer Wirtschaftssenators ist nicht mehr allzu viel Platz. Dort stehen Modelle von Galileo- Satelliten, Ariane 5-Raketen und ein Dutzend Flugzeuge der Airbus-Familie. Die Luft- und Raumfahrtbranche zählt für Martin Günthner (SPD) neben der Autoindustrie, der maritimen Wirtschaft, der Logistik und der Windkraft zu den zentralen Säulen der bremischen Wirtschaft: „In der Luft- und Raumfahrtbranche sind wir Weltspitze.“

Mit so viel Selbstbewusstsein kann der Sozialdemokrat nicht von allen Branchen sprechen. Gerade die maritime Wirtschaft hat einen schmerzhaften Strukturwandel in Bremen hinter sich. Die hohe Arbeitslosigkeit drückt, der Schuldenberg ist mit über 20 Milliarden Euro astronomisch.

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Raumfahrtkonzern

OHB gründet Tochter für Risikokapital

Die private Raumfahrt boomt. Auch der deutsche Raumfahrtkonzern OHB baut aus: Eine neugegründete Tochterfirma soll in Unternehmen investieren, die sich mit entsprechender Technik und Dienstleistungen beschäftigen.

Doch die Raum- und Luftfahrt entwickelte sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten rasant zu einem Markenzeichen der Hansestadt. Die Kennziffern: 140 Unternehmen, 20 Top-Institute, 12.000 Beschäftigte und ein Jahresumsatz von vier Milliarden Euro.

In der Airbusallee unmittelbar am Bremer Airport werden nicht nur Flügel der A330 und A350 mit allen Systemen ausgerüstet. Dort wird auch die Oberstufe der Rakete Ariane 5 produziert, also das obere Bauelement, in dem Tanks und Steuerungstechnik untergebracht sind. Besucher müssen Schutzkappen, einen hellblauen Kittel und Überschuhe tragen, wenn sie die mit Hightech gespickten riesigen Bauteile aus der Nähe sehen wollen.

In der ersten Weltraum-Liga

„Klasse 100.000“, erläutert die Sprecherin von Airbus Safran Launchers in Deutschland, Kirsten Leung, den Reinraum. „Maximal 100.000 Staubpartikel pro Kubikmeter Luft sind erlaubt.“

Das im Januar 2015 gegründete deutsch-französische Joint-Venture Airbus Safran Launchers ist der industrielle Hauptauftragnehmer für die Ariane 5, die Satelliten ins All befördert. Bislang gab es 72 erfolgreiche Starts in Folge. Auch die Oberstufe der neuen, insgesamt 62 Meter hohen Ariane 6 wird in Bremen gebaut (geplanter Erstflug: 2020). Insgesamt ein Milliarden-Auftrag der Europäischen Weltraumagentur ESA.

In der ersten „Weltraum-Liga“ spielt auch der europäische Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE. Das Bremer Familienunternehmen gehört zu den Raumfahrtpionieren und ist seit Jahren auf Expansionskurs. Unter dem Dach des seit 2001 börsennotierten Unternehmens werden die Galileo-Satelliten entwickelt, gebaut und getestet.

Von den 14 Galileo-Satelliten im All stammen zehn von OHB. Weitere folgen. Auch ist das Augsburger Tochterunternehmen MT Aerospace größter deutscher Zulieferer des Ariane-Programms und produziert Oberstufentanks.

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