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20.10.2014

10:20 Uhr

Kreuzfahrt mit Hindernissen

US-Kreuzfahrtreisende hat kein Ebola

Eine Kreuzfahrtreisende aus den USA hatte mit Ebola-Blutproben gearbeitet. Für Mexiko und Belize Grund genug, einem Kreuzfahrtschiff das Anlegen zu verweigern. Die Reisenden werden nach der Entwarnung entschädigt.

Das Schiff des Anstoßes: Der „Carnival Magic“ wurde zweimal das Anlegen verweigert, weil eine Passagierin vor Antritt der Reise mit Ebola-Blutproben gearbeitet hatte. Reuters

Das Schiff des Anstoßes: Der „Carnival Magic“ wurde zweimal das Anlegen verweigert, weil eine Passagierin vor Antritt der Reise mit Ebola-Blutproben gearbeitet hatte.

GalvestonEntwarnung in den USA: Eine Reisende auf einem Kreuzfahrtschiff, die sich wegen einer möglichen Ebola-Infektion selbst unter Quarantäne gestellt hatte, ist negativ auf das tödliche Virus getestet worden. Das teilte die Reederei Carnival Cruise Line mit. Die „Carnival Magic“ lief am Sonntag wieder im texanischen Galveston ein.

Die Frau, die mit Laborproben des an Ebola in Dallas gestorbenen Liberianers Thomas Eric Duncan gearbeitet hatte, sei mit ihrem Mann nach dem Anlegen nach Hause gefahren, hieß es weiter.

Noch während der Reise in der Karibik hatten die Behörden in Mexiko und Belize der „Carnival Magic“ aus Furcht vor Ebola die Anlegeerlaubnis verweigert. Ein Hubschrauber holte am Samstag schließlich Blutproben der Passagierin ab.

Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte, als die Frau vor einer Woche an Bord der „Carnival Magic“ gegangen sei, hätten die Behörden sie gebeten, selbst auf Krankheitssymptome zu achten. Wegen der zwischenzeitlich bekanntgewordenen Fälle der beiden Krankenschwestern, die Duncan gepflegt hatten und sich infizierten, verschärften die US-Behörden ihre Vorischtsmaßnahmen.

Wie sich Ebola verbreitet

Wann ist Ebola ansteckend?

Nur dann, wenn jemand bereits Symptome zeigt. Diese können allerdings unspezifisch sein. Die Krankheit kann mit Fieber, grippeähnlichen Schmerzen und Unterleibsschmerzen beginnen, später können Erbrechen und Durchfall folgen.

Wie breitet sich Ebola aus?

Durch Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Dazu zählen Blut, Schweiß, Erbrochenes, Urin, Kot, Speichel und Sperma. Diese Flüssigkeiten müssen bei einem anderen Menschen einen Eingangspunkt finden, sie können durch einen Schnitt oder Kratzer eindringen. Das Virus kann zudem weitergereicht werden, wenn jemand mit kontaminierten Händen die Nase, den Mund oder die Augen eines anderen berührt. Oder jemand wird mit den kontaminierten Flüssigkeiten angespritzt. Darum tragen Gesundheitsmitarbeiter Schutzhandschuhe und andere Schutzausrüstung.

Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, Blut, Stuhl und Erbrochenes seien die am stärksten ansteckenden Flüssigkeiten. In Speichel sei der Virus nur bei schwer erkrankten Menschen entdeckt worden, aus Schweiß sei er noch nicht entnommen worden.

Was passiert bei zufälligem Kontakt mit einem Infizierten?

Ebola wird nicht durch die Luft übertragen. Der Direktor der US-Seuchenbehörde (CDC), Tom Frieden, sagte, Menschen steckten sich nicht an, wenn sie beispielsweise nur in einem Bus neben einem Ebola-Patienten sitzen. „Es ist nicht wie bei der Grippe. Es ist nicht wie bei Masern, nicht wie bei der gewöhnlichen Erkältung. Es breitet sich nicht so aus“, sagte er.

Können Hunde das Virus übertragen?

Das weiß man noch nicht genau. Die Behörden schläferten den Hund der spanischen Krankenschwester ein, bei der Ebola diagnostiziert worden war. Es ist aber kein Fall dokumentiert, in dem jemals Ebola von einem Hund auf einen Menschen übertragen wurde. Aber es gibt eine Studie, nach der es möglich sein soll, dass Hunde Ebola bekommen können - ohne Symptome zu zeigen.

Wie wird vorgegangen, wenn ein Ebola-Verdacht besteht?

Die Krankenhäuser, die einen Verdachtsfall haben, informieren ihr Gesundheitsministerium oder die Seuchenbehörde. Dann wird eine Checkliste durchgegangen, um festzustellen, wie hoch das Risiko ist. So wird unter anderem gefragt, ob die Person von einem riskanten Kontakt mit einem bekannten Ebola-Patienten berichtet hat, wie krank sie ist und ob eine andere Diagnose wahrscheinlicher ist.

Die Frau sei aber keine Gefahr für die Mitreisenden gewesen, teilte die Reederei weiter mit. Denen entging allerdings mit der ganzen Aufregung ein Höhepunkt der Reise: der Stopp auf der mexikanischen Insel Cozumel. Dafür bekamen sie von der Reederei eine Entschädigung.

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