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02.07.2012

13:08 Uhr

Krypton und Xenon

Tübinger entdecken seltene Elemente in heißem Stern

Forscher haben die beiden seltenen Edelgase Krypton und Xenon in einem heißen Stern entdeckt. Damit hat sich auch der Ursprung der Elemente geklärt.

Die Illustration der Esa zeigt den Sternenhimmel rund um das Doppelstern-System Tau Boötis. Erstmals haben Forscher die seltenen Edelgase Krypton und Xenon in einem heißen Stern entdeckt. dpa

Die Illustration der Esa zeigt den Sternenhimmel rund um das Doppelstern-System Tau Boötis. Erstmals haben Forscher die seltenen Edelgase Krypton und Xenon in einem heißen Stern entdeckt.

TübingenErstmals haben Forscher die seltenen Edelgase Krypton und Xenon in einem heißen Stern entdeckt. Damit sei es gelungen, einen vermuteten Ursprung für diese chemischen Elemente zu bestätigen, teilte die Universität Tübingen am Montag mit. Demnach kommen die beiden Gase in einem sogenannten Weißen Zwerg hundert- beziehungsweise tausendfach überhäufig vor. „Für die Wissenschaftler ein klarer Hinweis, dass sie in dem Stern erzeugt wurden“, hieß es.

Krypton und Xenon werden zum Beispiel als Füllgas für Autoscheinwerfer benutzt. Wie alle anderen Elemente wurden sie vor Milliarden von Jahren in Sternen erzeugt. Wissenschaftler nehmen an, dass ein Teil bei Supernova-Explosionen massereicher Sterne entstand, der andere in Sternen mittlerer Masse wie der Sonne. Letzteres sei nun spektroskopisch nachgewiesen, erklärte Professor Klaus Werner vom Tübinger Institut für Astronomie und Astrophysik.

Weiße Zwerge sind ausgebrannte Sonnen, die zu leicht sind, um als Supernova-Explosion zu enden. Von ihnen sind den Angaben nach etwa 10 000 bekannt. Der Weiße Zwerg RE 0503-289 hatte die Aufmerksamkeit der Astronomen auf sich gezogen, weil jede Spur von Wasserstoff fehlte. Zudem sei es der erste Weiße Zwerg, in dem insgesamt zehn schwere Elemente gefunden wurden, darunter etwa Arsen, Selen, Zinn und Jod.

„Fürs Praktische hat das aber keinen Nährwert“, sagte Werner. Es gehe um Grundlagenforschung. Krypton und Xenon könnten auf der Erde nicht künstlich hergestellt werden. Die Tübinger Forscher hatten die Ergebnisse zusammen mit Nasa-Wissenschaftlern im Fachmagazin „The Astrophysical Journal Letters“ veröffentlicht.

Von

dpa

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