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16.01.2005

17:20 Uhr

Landung auf Saturn-Mond

Titan-Bilder begeistern Experten

Die europäische „Huygens“-Mission zum Saturn-Mond Titan hat faszinierende Daten geliefert. Die ersten Bilder der Raumsonde beweisen, dass die Titan-Oberfläche zahlreiche Ähnlichkeiten mit der Erdoberfläche hat.

Wissenschaftler Martin Tomasko präsentiert eine Panoramaaufnahme von der Oberfläche des Saturn-Mondes Titan. Foto: dpa

Wissenschaftler Martin Tomasko präsentiert eine Panoramaaufnahme von der Oberfläche des Saturn-Mondes Titan. Foto: dpa

HB DARMSTADT. „Die ersten Ergebnisse haben mich umgehauen“, sagte ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood am Samstag bei der Präsentation in der Darmstädter Raumfahrtkontrollstation ESOC. Alle sechs Geräte hätten fehlerfrei gearbeitet. Getrübt werde der Erfolg vom Ausfall eines der beiden Übertragungskanäle. Dadurch seien Daten der Windmessung und für rund 350 Bilder verloren gegangen. Ein Großteil der fehlenden Informationen könne jedoch aus Signalen, die auf der Erde aufgezeichnet wurden, rekonstruiert werden.

Bildergalerie: Aufnahmen vom Saturn-Mond Titan sowie vom Saturn

Weblog: Der Titan: einer von uns

„Bislang sehen wir nur das Potenzial. Die Auswertung wird noch viele Monate und Jahre dauern“, sagte Southwood. Huygens habe knapp 500 Megabyte an Daten geliefert. Den Ausfall des einen Kanals wertete Southwood als „Opfer an die Götter“. Spekulationen, die amerikanische Raumsonde „Cassini“, über die die Informationen von „Huygens“ zur Erde gesendet worden waren, sei falsch programmiert gewesen, wies der Direktor zurück. „Für das, was passiert ist, ist allein die ESA verantwortlich.“

Ein Gott habe sich auch als gnädig erwiesen. „Aus dem Signal von Huygens, das von 18 Radioteleskopen auf der Erde aufgefangen wurde, können wir bis zu 90 % der Windmess-Daten rekonstruieren“, sagte Southwood. „Da wartet jede Menge Arbeit auf die Wissenschaftler, aber Wissenschaftler lieben Arbeit, dafür leben sie.“

Nach der ersten Auswertung scheinen die Daten die Annahmen der Wissenschaftler zu bestätigen, dass die orangefarbene Oberfläche des Titan aus Methan-Flüssen und Seen sowie kleinen und großen Brocken aus Wassereis besteht, sagte der amerikanische Wissenschaftler Marty Tomasko, der für die Fotos verantwortlich ist. Auf dem Trabanten, auf dem eine Temperatur von minus 180 Grad herrsche, befänden sich außerdem jede Menge organischer Verbindungen. Aus diesem Grund wird der Titan immer wieder mit dem Zustand der Erde in ihren Anfängen vor rund 3,8 Mrd. Jahren verglichen. Einige Wissenschaftler und die deutsche Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) halten es für durchaus denkbar, dass sich auch hier Leben entwickeln könnte.

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