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29.09.2011

19:57 Uhr

Langer Marsch zur Raumstation

China schießt „Palast“ ins All

Die noch junge Raumfahrtnation China hat ihren ersten großen Schritt vollzogen. Während die USA, Russland und Europa Weltraumpläne zusammenstreichen, strebt China mit voller Schubkraft ins All.

Mit der Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2F hat China am Donnerstag ein Raummodul ins All geschossen. dapd

Mit der Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2F hat China am Donnerstag ein Raummodul ins All geschossen.

PekingIn einem ersten Schritt für die Entwicklung einer bemannten Raumstation hat China am Donnerstag ein Versuchsmodul ins All geschossen. Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 2FT1“ hob erfolgreich vom Raumfahrtzentrum in Jiuquan in der Provinz Gansu in Nordwestchina ab. „Tiangong 1“, übersetzt „Himmelspalast“, soll zwei Jahre lang die Erde umkreisen. Das Modul wird dem ersten chinesischen Rendezvous im All und Andockmanövern sowie Tests für die Konstruktion und den Betrieb einer chinesischen Raumstation dienen.

China auf dem Weg ins All

Video: China auf dem Weg ins All

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„Alles normal“, kommentierte die Flugkontrolle immer wieder den Start. Kameras an der Außenwand dokumentierten jede Flugphase der Rakete live im chinesischen Staatsfernsehen für das Milliardenvolk.

Rund 20 Minuten nach dem Start meldete das Raumfahrtzentrum, dass „Tiangong 1“ seine vorbestimmte Umlaufbahn in rund 350 Kilometer Höhe erreicht habe und die Sonnensegel ausgeklappt worden seien. Der Kommandeur des Raumfahrtprogramms Chang Wanquan verkündete unter großem Beifall den „kompletten Erfolg“ des Starts. Anfang November wird das unbemannte Raumschiff „Shenzhou 8“ folgen. Das „Magische Schiff“ soll ferngesteuerte Andockmanöver üben.

„China ist einer permanenten Raumstation einen Schritt näher gekommen“, kommentierte das Staatsfernsehen.

Die 8,5 Tonnen schwere, 10,4 Meter lange und 3,35 Meter breite Testplattform wird nächstes Jahr auch von Astronauten angeflogen und als Mini-Raumlabor genutzt werden. Zwei weitere Flüge mit „Shenzhou“-Raumschiffen sind geplant. Erstmals könnte mit „Shenzhou 10“ auch eine chinesische Astronautin fliegen.

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„Tiangong 1“ besteht aus einem Versorgungsteil und einer Versuchseinheit. Mit 15 Kubikmetern Volumen hätten drei Astronauten Platz zum Wohnen und Arbeiten, berichtete die Sprecherin des Programms, Wu Ping. Zwei Missionen mit weiteren „Tiangong“-Modulen sind geplant. Dabei soll die Wasser- und Sauerstoff-Aufbereitung getestet und 2015 ein Raumlabor gebildet werden.

Um 2020 soll dann eine richtige Raumstation gebaut werden, für die noch ein Name gesucht wird. Mit 60 Tonnen wird sie eher leicht ausfallen. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS bringt immerhin rund 400 Tonnen auf die Waage. Da das internationale Projekt bis dahin auslaufen wird, wäre China dann das einzige Land mit einem bemannten Außenposten im All.

„Chinas größtes Problem ist der Mangel an Erfahrung mit Andockmanövern“, sagte Dean Cheng, Experte der US-Denkfabrik Heritage Foundation der Nachrichtenagentur dpa. „Es hat noch nie zwei Raumschiffe miteinander verkoppelt. Die Risiken sind enorm.“

Kommentare (2)

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RoadRunner

29.09.2011, 23:46 Uhr

waehrend andere Nationen Gelder fuer Forschung und Entwicklung ausgeben, werden in Deutschland die hunderte von Milliarden verschleudert um den PIGS die Renten und Lebensstandard zu sichern.

TotesDeuschland

30.09.2011, 10:39 Uhr

China gehört die Zukunft. Und das mit Recht!

In Deutschland wäre so etwas nicht mehr möglich. Wir würden zuerst die Umweltverträglichkeit über ca. 10 Jahre prüfen, dann weitere 10 Jahre überlegen ob jemand diskriminiert werden könnte und am Ende feststellen, dass wir es uns nicht mehr leisten können, weil das ganze Geld für Rettungsschirme ausgegeben wurde.

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