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24.08.2014

17:01 Uhr

Leistungssteigernde Drogen

Doping in der Chefetage

VonJörg Hackhausen

Kaum jemand redet darüber, nicht wenige tun es: Um Stress und Leistungsdruck auszuhalten, greifen Arbeitnehmer zu Drogen. Doch die Risiken sind groß. Welche Mittel zum Einsatz kommen und warum.

Drogen im Job: Um die Karriere voranzutreiben oder um dem Druck standhalten zu können. Getty Images

Drogen im Job: Um die Karriere voranzutreiben oder um dem Druck standhalten zu können.

DüsseldorfDer Fall Michael Hartmann ist ein Rätsel. Ein Bundestagsabgeordneter, der eine der gefährlichsten Drogen ausprobiert, der damit seinen guten Ruf und die gesamte politische Karriere aufs Spiel setzt – das ist für brave Bürger nur schwer zu verstehen. Und doch hat Michael Hartmann, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, offenbar genau das getan.

Hartmann hat wohl mit kristallinem Methamphetamin, besser bekannt als Crystal Meth, experimentiert. Die Droge macht schnell abhängig, kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Bekannt sind die Bilder von Konsumenten der Droge, die im Netz kursieren; sie zeigen Menschen in völlig verelendetem Zustand.

Doch es gibt offenbar noch eine andere Seite dieser Modedroge – eine Seite, von der sich auch der Politiker angezogen fühlte. Er habe gehofft, durch Crystal leistungsfähiger zu sein, ließ Hartmann über seine Anwälte erklären. Die Droge habe er aber im Herbst 2013 nur gelegentlich und nur über einen Monat genommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Wie gehen Sie mit Stress und Ärger um?

Den Stress erkennen

Denken Sie darüber nach, welche Faktoren Stress auslösen und bringen Sie diese in eine Rangfolge. Nicht alle Gründe wiegen gleich schwer. Stressauslöser, die bisher als unumgänglich gelten, könnten zu körperlicher und seelischer Beeinträchtigung führen.

Die Gesundheit leidet

Viele vermeiden es über Jahre, sich Erschöpfung einzugestehen. Ein Burnout kann ein schleichender Prozess sein. Jahrelanger Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch, Autoimmunerkrankungen oder psychische Auffälligkeiten weisen auf Erschöpfung hin.

Neue Energie gewinnen

Hinterfragen Sie, wo Sie wie viel Energie investieren und ob es sich lohnt. Hinterfragen Sie Ihre innere Motivation und konzipieren Sie um. Schaffen Sie es, Ihr Energielevel unter Kontrolle zu halten, bleibt mehr für die Freizeit übrig.

Sich selbst leiden können

Eine positive Selbstbewertung senkt das Stresslevel. Fangen Sie morgens an mit einer positiven Grundstimmung und versuchen Sie, dieses Gefühl den Tag über zu halten. Positive Selbstgespräche oder kurze tägliche Rituale helfen dabei. Auch malen, schreiben oder eine freundliche Büroeinrichtung wirken positiv.

Lähmenden Ärger loswerden

Ärger kann in kürzester Zeit zu Antriebslosigkeit führen. Das Take-Care-Prinzip soll helfen, sich weniger zu ärgern: Versuchen Sie zunächst, Ärger von sich fernzuhalten. Nicht jede Meinungsverschiedenheit mit Kollegen oder den Nachbarn ist einen Streit wert. Falls es doch dazu kommen sollte, distanzieren Sie sich innerlich. Einen Witz machen kann helfen. Sollte es doch heftiger kommen, ist es wichtig, sich beim Sport oder über einen Urschrei abzureagieren.

Das Leben wieder in die eigene Hand nehmen

Wer sich aufgibt, wird zum Spielball der Umgebung. Bestärken Sie sich jeden Tag darin, dass Sie über Ihr eigenes Lebens bestimmen. Conen empfiehlt: „Lernen Sie, mitten im Geschehen zu sein und doch darüber zu stehen.“ Sie kommen mit Störungen besser zurecht, wenn Sie sich als freier und selbstbestimmter Mensch fühlen.

Crystal putscht den Körper auf. Es unterdrückt Hunger, Schlaf, Schmerzen. Die Konsumenten spüren Euphorie, ein gesteigertes Selbstwertgefühl, erhöhte Risikobereitschaft. Nach einer vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Studie wird Crystal Meth auch gezielt zur Leistungssteigerung im Job genommen. Neben der „angenehmen Wirkung“ gab die Hälfte der befragten Konsumenten den Beruf als Motiv an. Ein Drittel nannte Schule und Studium als Grund.

„Auch gesunde Menschen nehmen verschreibungspflichtige Medikamente oder illegale Drogen ein, um die eigene geistige Leistungsfähigkeit zu steigern“, erklärt Andreas Franke, Professor für Medizin an der Hochschule Neubrandenburg.

Die Wirkung der Mittel ist sehr unterschiedlich, ebenso das Suchtpotenzial. Neben Drogen wie Kokain oder Ecstasy kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz; zum Beispiel Psychopharmaka, die vor wichtigen Meetings geschluckt werden, um die Nerven zu beruhigen. Hinzu kommen Mittel, die eigentlich zur Behandlung von hyperaktiven Kindern (Ritalin) oder Patienten mit Schlafkrankheit (Modafinil) gedacht sind. Eingenommen von Gesunden, sollen sie angeblich helfen, länger wach zu bleiben. Meist tritt ein Effekt nur kurzfristig auf, um den Preis, dass sie Körper und Geist langfristig auszehren. Weitere Nebenwirkungen: Impulsivität und erhöhte Reizbarkeit.

Kommentare (1)

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25.08.2014, 13:15 Uhr

Kann ich verstehen wenn auch in derartigen Führungsetagen geschnupft, geraucht, gezogen oder "eingeworfen" wird. Deren Tag hat auch nur 24 Stunden; und vllt. passieren auch deshalb so manche wirtschaftlichen Katastrophen. Welcher Typ kann schon x Mandate gleichzeitig gewissenhaft ausführen?
Naja, Politiker sind die Ausnahme. Das sind ja regelrechte Wunderkinder ohne echte Verantwortung für ihr Tun übernehmen zu müssen.

Vllt. muss man sich einfach mal auf "weniger" konzentrieren; weniger Zeitdruck, Arbeit auf mehr Leute verteilen, rechtzeitig Aufträge erteilen, auch mal fünfe gerade sein lassen; sich einfach mal etwas mehr an der südländischen Mentalität orientieren.

Ich weiss, das sagt sich immer so schön.

Man kann auch mal weiter denken ob das nicht alles so politisch gewollt ist. Wer mehr in Hektik ist und damit zu tun hat seine Kohle nach Hause zu bringen, hat weniger Zeit nachzudenken. Um über das System und dessen Irrsinn nachzudenken...

Oder ist das normal das Leute 2-3 Jobs machen müssen um ein Existenzminimum zu haben, ewig im Stau stehen und die Zeit dahinrafft, keine Zeit mehr haben um sich mit Freunden zu treffen oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Permanente Verfügbarkeit und Highendschulabschlüsse für einfachste Tätigkeiten sind doch fast schon Standard. Und...man arbeitet fast nur dafür, das Vater Staat seine Zinsen an einige wenige Superpersonen überweisen kann.

Die Welt ist irre; das System bekloppt.

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