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12.01.2006

12:00 Uhr

Leuchtmittelhersteller

Plastiklicht tritt gegen Glühbirnen an

VonThilo Grosser

Philips und seine Wettbewerber entwickeln Lampen aus leuchtenden Kunststoffen.

Sie sind hell, flach und flexibel - in fünf Jahren sollen Leuchtdioden aus Kunststoffen ihre Marktreife erreichen. Foto: Philips

Sie sind hell, flach und flexibel - in fünf Jahren sollen Leuchtdioden aus Kunststoffen ihre Marktreife erreichen. Foto: Philips

HB AACHEN. Dietrich Bertram hebt ein fünf mal fünf Zentimeter großes Plastik-Plättchen hoch, drückt einen Knopf – und in seiner Hand wird es hell. „Das Teil ist handgeschnitzt“, sagt der Philips-Forscher, „weit entfernt von der Fließbandproduktion – noch.“ In etwa fünf Jahren will Philips in Aachen eine Pilotfertigung für Leuchten aus Plastik einrichten.

Auslaufmodell Glühlampe – diese Vorahnung löst beim derzeit größten Leuchtmittelhersteller der Welt Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe aus. „OLED sind eine Bedrohung unserer existenzsichernden Geschäftsbereiche, daher müssen wir ganz vorn dabei sein“, sagt Bertram. Mit 25 Mitarbeitern – 2006 kommen noch einmal so viele hinzu – forscht er in Aachen an den Leuchtdioden aus organischem Material (OLED).

Philips arbeitet derzeit zusammen mit 23 anderen europäischen Elektronikunternehmen an der Leuchte der Zukunft. Im Programm Olla, das von der EU mit 20 Millionen Euro gefördert wird, wollen sie OLEDs bis 2008 zur Marktreife vorantreiben. Eine weiße Lampe mit einer Lebensdauer von 10 000 Stunden und einer Leuchteffizienz von 50 Lumen pro Watt ist das Ziel dieses Projekts. Derzeit erreichen die Forscher im Labor entweder hohe Lebensdauer oder hohe Effizienz – aber noch nicht beides gleichzeitig.

Doch die Fortschritte sind rasant, es werden immer neue Rekorde aufgestellt. Die Dresdner Firma Novaled hat mit 25 Lumen pro Watt rund die Hälfte des Weges geschafft. Im nächsten Jahrzehnt sollen großflächige, energiesparende Leuchten dann billig herzustellen sein – die Grundvoraussetzung für ganz neue Einsatzmöglichkeiten: leuchtende Tapeten, die sich morgens langsam von Dunkelblau bis Orange färben – „damit das Aufwachen mehr Spaß macht“, sagt Bertram – oder transparente Lampen als Fenster, durch die tagsüber die Sonne scheint und die abends leuchten.

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