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04.01.2005

14:10 Uhr

Forschung + Medizin

Magnetfelder verursachen bizarr geformte Nebel im Kosmos

Für die bizarren Formen mancher Nebel im Kosmos sind die Magnetfelder ihrer Zentralsterne verantwortlich.

Planetarer Nebel

Planetarer Nebel in Schmetterlingsform (Archivfoto vom 22.05.1998).

dpa TÜBINGEN. Für die bizarren Formen mancher Nebel im Kosmos sind die Magnetfelder ihrer Zentralsterne verantwortlich. Den vorläufigen Nachweis für dieses Phänomen bei den so genannten planetaren Nebeln haben nun erstmals Wissenschaftler aus Heidelberg, Tübingen und Bamberg erbracht, wie die Universität Tübingen mitteilte.

Die Magnetfelder verzerren die meisten der Gasnebel zu eigenartigen Gebilden, die häufig einer Schmetterlingsform ähneln. Planetare Nebel entstehen, wenn ein Stern am Ende seiner Existenz zu einem Roten Riesen anschwillt und seine äußere Gashülle abstößt. Starke Materiewinde, die vom Zentralstern ins All wehen, schieben diese Gase wie ein Schneepflug zusammen. Ein Gasnebel formt sich, der das Licht seines Sterns reflektiert. Eigentlich müssten alle planetaren Nebel kugelförmig sein, rund 80 Prozent von ihnen haben jedoch eine andere Gestalt.

Die Forscher untersuchten mit einem besonders leistungsfähigen Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile das Licht der Zentralsterne von vier planetaren Nebeln. Dabei wiesen sie eine Polarisation des Lichts nach, die Lichtwellen der Sterne schwingen also bevorzugt in einer bestimmten Ebene. Diese Beobachtung lasse auf ein Magnetfeld schließen, das dem Tausendfachen der Sonne entspreche.

Die Magnetfelder entstehen, weil elektrisch leitende Gasschichten (Plasma) der Sterne sich unterschiedlich schnell drehen und einen Dynamoeffekt erzeugen. So wie die Eisenspäne bei einem Hufeisen- Magneten macht der planetare Nebel das Magnetfeld des Zentralsterns sichtbar.

Bislang hatten Astronomen nur die Polarisation des Lichts aus den planetaren Nebeln selbst festgestellt. Die deutschen Wissenschaftler erbrachten nun den Beleg, dass bereits das Licht der Zentralsterne polarisiert ist. Nun steht noch der Nachweis aus, dass die Sterne der wenigen kugelförmigen planetaren Nebel nur ein schwaches Magnetfeld haben.

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