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29.01.2014

14:38 Uhr

Marktforscher

3D-Druck sorgt für Milliardenverluste

3D-Drucker finden langsam ihren Weg in den Alltag. Die Technik macht es so einfach wie nie, Gegenstände zu kopieren: Marktforscher warnen vor Raubkopien und massiven Verlusten – bis zu 100 Milliarden Dollar im Jahr.

Ein 3D-Drucker der Firma Robo3D Anfang Januar 2014 auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas: Mit 3D-Druckern ist es so einfach wie noch nie, alles Mögliche zu kopieren. dpa

Ein 3D-Drucker der Firma Robo3D Anfang Januar 2014 auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas: Mit 3D-Druckern ist es so einfach wie noch nie, alles Mögliche zu kopieren.

EghamDie Ausbreitung von 3D-Druckern wird nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner zu milliardenschweren Urheberrechtsproblemen führen. Die Analysten von Gartner rechnen damit, dass die Einbußen für Rechteinhaber zum Jahr 2018 bei mindestens 100 Milliarden Dollar jährlich liegen werden. „Mit 3D-Druckern ist es so einfach wie noch nie, alles Mögliche zu kopieren – und Urheberrechtsverletzungen sind schwerer zu verhindern“, sagte Gartner-Analyst Pete Basiliere der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst einmal bremsten aber die höheren Kosten von 3D-Kopien die Piraterie.

Der Experte rechnet auch damit, dass die Fortschritte beim 3D-Druck menschlicher Organe für Transplantationen in den kommenden Jahren zu Debatten über ein Verbot solcher Technologie führen werden. „Es ist eine Debatte, die wir führen müssen“, sagte Basiliere. Derzeit liefen zwar nur erste Versuche mit dem 3D-Druck von Organen und es sei offen, wann die Technologie reif für den Massenmarkt sein werde.

„Aber schon die Idee selbst stößt bei vielen Menschen auf Widerspruch.“ Er rechne damit, dass es dazu in unterschiedlichen Ländern verschiedene rechtliche Lösungen geben werde, von einer regulierten Zulassung bis hin zur vollständigen Ablehnung.

Insgesamt werde der 3D-Druck die Industrie massiv verändern, zeigte sich Basiliere überzeugt. Schon jetzt sei absehbar, dass damit Gegenstände aus verschiedensten Materialien wie Keramik, Stahl oder Titan-Legierungen erstellt werden. „Die Technologie erlaubt dabei Formen, die mit herkömmlichen Prozessen nicht zu schaffen sind“, erläuterte er. So entwickele zum Beispiel General Electric auf diese Weise neuartige Bauteile für Triebwerke.

„Ein großer Vorteil ist zudem, dass mit Hilfe des 3D-Drucks mit geringerem Aufwand auch kleinere Stückzahlen produziert werden können.“ Das könne die eventuell höheren Kosten des Verfahrens zumindest teilweise ausgleichen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

29.01.2014, 14:55 Uhr

Anstelle die neue Technik mit möglichen neuen Geschäftsfeldern zu beackern und die Chancen zu sehen, werden gleich wieder Urheberrechtsverletzungen und andere mögliche Risiken hervorgeholt. Kein Wunder, dass diese neue Technik überall voran getrieben wird, nur bei uns verkommt sie im Spielzimmer.

sowat

29.01.2014, 16:10 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

WirWarenMalDasVolk

29.01.2014, 20:40 Uhr

Total übertriebene Panikmache:
- die massenfähigen Plastikdrucker sind ein besserer Witz, der absolut rein gar nichts bedroht
- die Metalldrucker benötigen Schutzgasatmosphäre, eine Stellfläche eines mittleren Wohnzimmers und eine Portemonnaie mit z.Z. etwa €250.000,- aufwärts

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