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02.06.2013

09:25 Uhr

Mars-Studien

Kiesel beweisen frühere Flüsse

Gleich zwei neue Studien im renommierten Journal „Science“ widmen sich dem Mars. Ein Ergebnis: Kieselsteine sind der bisher beste Beweis für die Existenz von früheren Flüssen auf dem Roten Planeten.

Eine Bildkombo zeigt zwei undatierte Fotos, von denen eines die Marssonde „Curiosity“ in einem ausgetrockneten Flussbett auf dem Mars von Fluskiesel gemacht hat (l). Das rechte Foto zeigt eine vergleichbare Aufnahme von der Erde. dpa

Eine Bildkombo zeigt zwei undatierte Fotos, von denen eines die Marssonde „Curiosity“ in einem ausgetrockneten Flussbett auf dem Mars von Fluskiesel gemacht hat (l). Das rechte Foto zeigt eine vergleichbare Aufnahme von der Erde.

Washington/KielAuf dem Mars gab es einst Flüsse – und damit möglicherweise auch lebensfreundliche Bedingungen. Das schließen Forscher aus der Entdeckung von Flusskieseln auf dem Roten Planeten, die sie jetzt im US-Fachblatt „Science“ vorstellen. Die Marskiesel seien irdischen bemerkenswert ähnlich und der bislang beste Beleg für die Existenz früherer Flüsse auf dem Roten Planeten, betont das Fachjournal. Erste Aufnahmen der Kiesel hatte die US-Weltraumbehörde Nasa bereits im vergangenen September veröffentlicht. Jetzt präsentieren Experten die detaillierte Studie.

Rund 515 Kiesel hat das Team um Rebecca Williams vom Planetary Science Institute in Tucson (US-Staat Arizona) auf Aufnahmen gesichtet, die der Mars-Rover „Curiosity“ am Gale-Krater gemacht hat. Die Steine sind 2 bis 40 Millimeter dick und bilden ein festes Konglomerat mit Sand – so wie Fluss-Sedimente auf der Erde.

Die Form der Kiesel zeigt, dass sie vom Wasser geschliffen wurden, wie das Niels-Bohr-Institut an der Universität Kopenhagen erläutert. Es war an der Analyse beteiligt. Wenn Steine durch Wind und Sandstürme verwitterten, würden sie rau und kantig. „Wir konnten sehen, dass nahezu alle 515 von uns analysierten Kiesel flach, glatt und rund abgeschliffen wurden“, betont Asmus Koefoed von der Marsgruppe des Instituts in einer Mitteilung.

Auf dem Mount Sharp fand „Curiosity“ die Kieselsteine. dpa

Auf dem Mount Sharp fand „Curiosity“ die Kieselsteine.

Die Form und Größe erlaubt den Forschern Rückschlüsse auf die Eigenschaften der einstigen Marsflüsse. „Um diese abgerundeten Kiesel zu formen und zu bewegen, muss es fließendes Wasser mit einer Tiefe zwischen zehn Zentimetern und einem Meter gegeben haben, das etwa einen Meter pro Sekunde schnell geflossen ist“, so Gruppenleiter Morten Bo Madsen. Das sei vergleichbar mit einem typischen dänischen Fluss. Heute ist der Mars ein extrem lebensfeindlicher Ort.

Dennoch träumen Raumfahrer von einer Reise zum Mars. Forscher aus Deutschland und den USA gehen daher in dem Journal auch der Frage nach: Wie viel Strahlung aus dem All würde ein Astronaut beim Flug abbekommen? Das Ergebnis: Eine Reise zum Mars wäre für Astronauten ein großes Gesundheitsrisiko – aber sie ist möglich.

Kommentare (3)

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Glaubensbruder

02.06.2013, 11:06 Uhr

Ach ja, dann glauben wir das halt auch noch.
Weit weg, nicht nachprüfbar.
was bleibt da einem übrig als an die Technik und dass diese auch so funktioniert wie gewollt, zu glauben.

vandale

02.06.2013, 11:15 Uhr

Man merkt, dass der "Wissenschaft" langsam die Massstäbe abhanden kommen.

Zur Orientierung, ab einer radioaktiven Dosis von 0,1 Sv liessen sich bei der Auswertung von 100.000 Hiroshima Opfern statistisch erhöhte Krebsraten nachweisen. Diese radioaktive Belastung erfolgte blitzartig innerhalb von 1s. Eine andauernde radioaktive Belastung wird niedriger bewertet, da der Körper in diesem Fall beschädigte Zellen reparieren kann. Kürzlich durchgeführte Tierversuche in den USA bei denen man die Versuchstiere genetisch untersucht hat, legen nahe, dass messbare Zellschäden ab einer jährlichen Belastung von ca. 0,1 Sv auftreten. Andererseits liegt die natürliche radioaktive Belastung in Ramsar (Iran), Espirito (Bras.) höher, ohne dass man dort erhöhte Krebsraten nachweisen kann.

Der naturwissenschaftliche Strahlenschutz geht om Zweifelsfall vom Worst Case aus.

Eine einmalige blitzartige Dosis von 1 Sv (Hiroshima) führt zu 1% Todeswahrscheinlichkeit durch Krebs.

Letztlich ist eine zusätzliche radioaktive Dosis von 0,65 Sv etwa mit dem Risiko des Rauchen vergleichbar. Meines Erachtens gibt es bei einer Marsexpedition wesentlich risikoreichere Aspekte, wie explodierende Raketen, Ausfall der Sauerstoffgeneratoren, Versagen der Leittechnik, als die Radioaktivität die die Astronauten/Kosmonauten während des Fluges erhalten.

Vandale

PS: Zum Vergleich..Die radioaktiven Dosen in der "Strahlenhölle von Fukushima" liegen für die Bewohner kumuliert grösstenteils unter 0,01 Sv mit Ausnahmen bis 0,1 Sv. Einige Arbeiter an den verunfallten Kraftwerken erhielten radioaktive Dosen von über 0,25 Sv.

Lutz

02.06.2013, 11:58 Uhr

Meine Güte!

Ein Kieselstein ist ein durch Fließgewässer rundgeschliffener Stein.

Was meinen Sie wer die Steine ansonsten auf dem Mars geschliffen hat?

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