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06.08.2012

04:46 Uhr

Marsrover

„Curiosity“ nähert sich dem Mars

Zwei Milliarden hat die Nasa für die bisher teuerste Mars-Mission ausgegeben. Am frühen Montagmorgen erreicht der Forschungsroboter „Curiosity“ den Roten Planeten – und startet den schwierigsten Abschnitt der Mission.

So wird „Curiosity“ bei der Landung mit der Erde kommunizieren. Die roten Punkte sind Radiofrequenzen, die blauen Strahlen zeigen das komplexere UHF-Signal. dapd

So wird „Curiosity“ bei der Landung mit der Erde kommunizieren. Die roten Punkte sind Radiofrequenzen, die blauen Strahlen zeigen das komplexere UHF-Signal.

BerlinMit Spannung erwartet die US-Raumfahrtbehörde NASA die Landung ihres unbemannten Erkundungsfahrzeugs „Curiosity“ auf dem Mars. Voraussichtlich um 7.31 Uhr deutscher Zeit soll der Roboter am Montag auf dem Roten Planeten aufsetzen. Die Landephase gilt unter Experten als schwierigster Abschnitt der rund zwei Milliarden Euro teuren Mission.

Wissenschaftler erhoffen sich von dem zunächst auf 23 Monate angelegten Einsatz der „Curiosity“ Aufschluss darüber, ob auf dem Mars Leben möglich war oder vielleicht sogar noch ist. Noch am Sonntag hatten sich die verantwortlichen Wissenschaftler zuversichtlich gezeigt, dass die Landung klappen dürfte. „Ich denke wir schaffen das. Ich bin zuversichtlich“, sagte Doug McCuistion, der Leiter der bislang aufwändigsten und ehrgeizigsten Mission der US-Raumfahrtbehörde zum Roten Planeten.

Wie Curiosity landet: Sieben Minuten durch die Hölle

Wie Curiosity landet

Sieben Minuten durch die Hölle

Am 6. August wird die Nasa-Sonde Curiosity den Mars erreichen. Zwei Jahre lang soll sie dann über den Roten Planeten rollen und nach Spuren von Leben fahnden. Zuvor muss sie aber einen wahren Höllenritt überstehen.

Meteorologen rechneten für die Mars-Landung mit guten Wetterbedingungen. „Der Mars scheint mitzuspielen“, sagte Ashwin Vasavada. Knifflig wird die Landung laut Einschätzung der NASA dennoch. So stehen der Flugkontrolle „sieben Minuten des Schreckens“ bevor, wenn „Curiosity“ die dünne Mars-Atmosphäre durchfliegt und von einer Geschwindigkeit von 20.920 Kilometern pro Stunde auf Null abgebremst werden muss.

In der Vergangenheit waren nur wenige Marslandungen erfolgreich. Von 14 Versuchen verschiedener Raumfahrtagenturen gelangen sechs.

Kein Wunder, schauen Nasa-Manager wie John Grunsfeld dem Ereignis mit großer Nervosität entgegen. „Ich sitze schon seit Wochen unruhig auf meiner Stuhlkante“, gestand er im Vorfeld der Landung ein. „Erst wenn der Rover sicher auf dem Mars ist, werde ich mich zurücklehnen können.“

Für die US-Raumfahrtbehörde steht einiges auf dem Spiel: Nach starken Budgetkürzungen ist die mit etwa 1,9 Milliarden Euro teuerste Mars-Mission aller Zeiten „das letzte Hurra im Planetenprogramm der Nasa für einige Jahre“, wie es die „New York Times“ formulierte.

Die Nasa-Verantwortlichen hoffen, dass „Curiosity“ die Erfolgsgeschichte der 2003 gestarteten Marsrover Spirit und Opportunity fortschreibt. Ursprünglich nur für einen Mars-Einsatz von 90 Tagen vorgesehen, rollten beide Hightech-Gefährte noch nach Jahren munter durch die Geröllfelder des Roten Planeten. Erst 2010 verstummte „Spirit“, „Oportunity“ sendet noch heute Daten zur Erde.

Wenn „Curiosity“ mit seinen leistungsstärkeren Instrumenten eine vergleichbare Zähigkeit an den Tag legt, dürfen sich Marsforscher auf einige arbeitsreiche Jahre freuen.

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