Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.07.2016

12:38 Uhr

Massensterben der Riesenechsen

Dino-Tod unter ölverrußtem Himmel

Das Aussterben der Dinosaurier gibt immer noch Rätsel auf. Ein Meteorit wurde ihnen wohl zum Verhängnis – doch was passierte genau damals vor 66 Millionen Jahren? Japanische Forscher haben neue Indizien gefunden.

Die Illustration zeigt Qianzhousaurier auf der Jagd. Japanische Forscher haben eine neue Theorie zum Aussterben der Riesenechsen entwickelt. (Foto: dpa)

Dinosaurier auf der Jagd

Die Illustration zeigt Qianzhousaurier auf der Jagd. Japanische Forscher haben eine neue Theorie zum Aussterben der Riesenechsen entwickelt. (Foto: dpa)

SendaiGewaltige Mengen Ruß in der Atmosphäre könnten einer neuen Theorie nach zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben. Der etwa zehn Kilometer große Meteorit, der auf dem Gebiet des heutigen Mexikos einschlug und nach gängiger Forschungsmeinung das Ende der Riesenechsen einläutete, habe möglicherweise ein großes Ölreservoir getroffen, erläutern japanische Forscher im Fachjournal „Scientific Reports“.

In der Nachbarschaft des Kraters in Mexiko existieren tatsächlich größere Ölvorkommen. Die Hypothese der Wissenschaftler lautet, dass das Öl durch die Wucht des Aufpralls bei hohen Temperaturen verbrannte und der entstehende Ruß in die Stratosphäre geschleudert wurde, wo er sich weltweit verbreitete.

Dies könne einen Klimawandel bewirkt haben, der letztlich zum massenhaften Aussterben von Tier- und Pflanzenarten am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren führte, erläutern die Forscher um Kunio Kaiho von der Tohoku University in Sendai. Sie stützen ihre Hypothese mit den Ergebnissen von Bodenproben und Berechnungen mit Hilfe von Klimamodellen.

Die aktuell geläufigste Hypothese zum Dino-Sterben besagt, dass der Meteorit riesige Mengen an Schwefelsäure in die höhere Atmosphäre brachte. Über den ganzen Erdball verteilt, reflektierten sie als Schwebteilchen in der Stratosphäre das Sonnenlicht und sorgten damit für eine globale Finsternis.

Die auf Sonnenlicht angewiesene Photosynthese der Pflanzen kam so zum Erliegen, es gab einen weltweiten Winter und sauren Regen. Das Team um Kaiho hält diese Theorie jedoch für unwahrscheinlich: „Wenn dies geschehen wäre, wären Krokodile und viele andere Tiere ebenfalls ausgestorben“.

Die Wissenschaftler untersuchten Bodenproben aus Haiti und Spanien vom Ende der Kreidezeit. Sie fanden eine Zusammensetzung von Kohlenwasserstoffen, wie sie bei verbranntem Erdöl entsteht. Der über die Atmosphäre verteilte Ruß habe zwar viel Sonnenlicht von der Erdoberfläche ferngehalten, doch sei die Photosynthese der Pflanzen noch möglich gewesen, glauben die Forscher.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×