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20.04.2017

10:41 Uhr

Materialforschung

Glas aus dem 3D-Drucker

VonLars Fischer
Quelle:Spektrum.de

Glas aus dem Drucker – das galt bislang als unmöglich, denn um Glas zu verarbeiten, braucht man hohe Temperaturen oder aggressive Chemikalien. Mit Nanotechnologie haben Karlsruher Forscher es jetzt doch geschafft.

Mit Nanotechnologie haben Karlsruher Forscher Glas mittels 3D-Drucker in Form gebracht. (Foto: KIT)

Glas aus dem Drucker

Mit Nanotechnologie haben Karlsruher Forscher Glas mittels 3D-Drucker in Form gebracht. (Foto: KIT)

HeidelbergEine Arbeitsgruppe um Bastian Rapp vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat einen Weg gefunden, Glas mit einem 3D-Drucker in Form zu bringen. Bisher war das nicht möglich, denn um Glas zu verarbeiten, braucht man eigentlich hohe Temperaturen oder aggressive Chemikalien.

Das Team aus Karlsruhe umgeht das Problem laut seiner Veröffentlichung in Nature, indem es Silikat-Nanopartikel in einen flüssigen Kunststoff-Vorläufer einrührt. Dieses Material lässt sich mit Hilfe eines Lasers in komplizierte dreidimensionale Formen mit Details in Mikrometergröße bringen.

Anschließend werden die Rohlinge bei hohen Temperaturen gesintert, so dass nur das Glas übrig bleibt. Das Endprodukt ist nach Angaben von Rapp und seinem Team so transparent wie herkömmlich produziertes Glas.

Das gewünschte Werkstück entsteht mit Hilfe der im 3D-Druck gängigen Fotolithografie, bei der der Laser das Komposit schichtweise zum festen Kunststoff reagieren lässt. Das Polymer mit den eingebetteten, 40 Nanometer großen Silikatpartikeln wird anschließend auf 1300 Grad Celsius erhitzt, so dass der Kunststoff verdampft.

Das entstehende Glas habe, so Rapp und sein Team, eine Rauigkeit von wenigen Nanometern, sei nicht porös und hochwertig genug, um sich für optische Bauteile hoher Qualität zu eignen. Sogar farbige Gläser lassen sich auf diese Weise herstellen: Dazu mischt man einfach geeignete Metalle hinzu – wie es Glasmacher schon seit Jahrtausenden tun.

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