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10.06.2011

09:07 Uhr

Max-Planck-Gesellschaft

Neues Institut soll Energiequellen erschließen

Mit einem neuen Institut will die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) bisher ungenutzte Quellen zur Energiegewinnung erschließen. Zum 100-jährigen Jubiläum der MPG forderte ihr Präsident zudem eine Forschungsoffensive Energie.

Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, fordert eine Forschungsoffensive. Quelle: PR

Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, fordert eine Forschungsoffensive.

BerlinZum 100-jährigen Jubiläum der heutigen Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat ihr Präsident Peter Gruss eine Forschungsoffensive für eine nachhaltige Energieversorgung gefordert. Nötig sei das vor allem in der Grundlagenforschung, weil sie völlig neuen Technologien wie zum Beispiel der Fusionsenergie den Weg bahnen könne, sagte Gruss am Donnerstagabend auf der Festversammlung der MPG in Berlin nach einem vorab verbreiteten Redemanuskript.

Fusionsenergie ahmt kernphysikalische Prozesse in der Sonne nach. Damit ließen sich große Mengen Strom klimaneutral, ressourcenschonend und sicher produzieren, sagte Gruss. Bei ausreichender Förderung könnten bis zum Jahr 2050 die bisherigen Hürden für Fusionskraftwerke überwunden werden.

Zur Berliner Festversammlung der MPG war neben zahlreichen MPG-Nobelpreisträgern auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geladen. Gruss kündigte zum runden Jubiläum die Gründung eines neuen Max-Planck-Instituts für chemische Energiekonversion an. Es soll zum Beispiel mit neuem Wissen aus der Biotechnologie bisher ungenutzte Quellen für Energiegewinnung erschließen.

Den Deutschen attestierte Gruss einen „paradoxen Umgang mit dem Risiko“. Zuletzt habe sich das in der Atom-Debatte gezeigt. Ein übereiltes Abschalten von Atommeilern könne durch die verstärkte Nutzung fossiler Energiequellen zu einem kurzfristigen Kohlendioxid-Anstieg führen. Somit werde dem kurzfristigen Risiko eines Atomunfalls eine höhere Priorität eingeräumt als dem langfristigen Risiko der globalen Erwärmung, kritisierte Gruss.

MPG-Risikoforscher beschreiben dieses Phänomen so: „Wir kriegen schnell Angst, wenn viele Menschen auf einmal sterben könnten. Sind hingegen über einen längeren Zeitraum hinweg viel mehr Menschen in Lebensgefahr, scheint uns das weniger bedrohlich“, sagte Gerd Gigerenzer vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit Hauptsitz in München ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation. Sie besteht seit 1948 als Nachfolgerin der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und gilt als deutsche Nobelpreisschmiede: 17 Mal holte sie bisher die höchste Ehre für Wissenschaftler nach Deutschland.

Die Gesellschaft mit rund 13.000 Mitarbeitern, darunter rund 5000 Wissenschaftlern, unterhält 80 eigene Institute und Forschungseinrichtungen. 2011 erhält sie rund 1,4 Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln.

Von

dpa

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