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12.12.2013

10:44 Uhr

Medizin

Die Syphilis kehrt zurück

Seit Jahren kündigte es sich an, jetzt bestätigen neue Zahlen die Tendenz: Die Syphilis kommt zurück. Zwar lässt sich die Krankheit heute gut bekämpfen, trotzdem blicken Mediziner mit Sorge auf die Entwicklung.

Das Robert-Koch-Institut vermeldet einen Anstieg von Syphilis-Fällen. dpa

Das Robert-Koch-Institut vermeldet einen Anstieg von Syphilis-Fällen.

BerlinLange Zeit so aus, als habe man die Syphilis in Deutschland gut im Griff. Doch 2012 zählte das Robert Koch-Institut in Berlin bundesweit insgesamt 4410 Syphilis-Fälle – zwei Jahre zuvor waren es noch 3027 gewesen. Vier von fünf Betroffenen sind Männer, die Sex mit Männern haben, aber auch bei Hetero-Männern und Frauen ist die Tendenz steigend.

„Die stärksten Anstiege haben wir in den Großstädten, aber eben nicht nur dort“, sagt die RKI-Expertin Viviane Bremer. Denn: Ebenso wie der Aidserreger HIV werden Syphilis und andere Geschlechtskrankheiten zunehmend auch in kleineren Städten und ländlichen Gebieten zum Thema – das Internet ermöglicht schnelle Partnersuche auch außerhalb großstädtischer Szenen. „Im Web finden auch diejenigen leichter Sexualpartner, die in einer Kleinstadt oder nicht offen schwul leben.“

93 Prozent der Neuerkrankten sind Männer. „Anders als bei HIV sind bei Syphilis die etwas Älteren, die 30- bis 39-Jährigen, am stärksten betroffen“, sagt Armin Schafberger von der Deutschen Aidshilfe. Betrachte man sämtliche Erkrankungen, gebe es durchaus auch einen nicht geringen Anteil Männer, die schon zum zweiten oder dritten Mal die Diagnose Syphilis erhielten. „Viele von ihnen haben auch HIV, ... und nehmen Syphilis mit in Kauf“, sagt Schafberger.

Auch Bremer glaubt: „Es gibt eine gewisse Kondommüdigkeit.“ Zudem könne Syphilis auch durch Oralsex übertragen werden – und nicht jeder nutze dabei ein Kondom. Doch dies kann fatal sein: Denn Syphilis-Bakterien schädigen die Schleimhaut, so dass HI-Viren leichter eindringen können. Gleichzeitig sind die Geschwüre und Hautläsionen, die eine Syphilis hervorruft, hoch ansteckend – und das nicht nur bei Sexualkontakten.

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12.12.2013, 14:46 Uhr

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