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28.07.2014

09:21 Uhr

Medizin

Ebola-Seuche greift weiter um sich

Trotz aller Bemühungen der Helfer breitet sich das Ebola-Virus in Westafrika aus. Nun meldet Nigeria das erste Todesopfer. Und die Sorge wächst, dass sich das Virus durch Flugreisende weiter ausbreiten könnte.

Westafrika in Angst

Ebola weiter auf dem Vormarsch

Westafrika in Angst: Ebola weiter auf dem Vormarsch

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AbujaDie Ebola-Seuche in Westafrika greift weiter um sich. Erstmals starb am Wochenende ein liberianischer Arzt, der Infizierte behandelte. Auch zwei Helfer aus den USA erkrankten an dem hochansteckenden Virus. Mit mehr als 670 Todesfällen ist es bereits jetzt der größte bisher jemals registrierte Ebola-Ausbruch.

Der Tod eines infizierten Mannes in der nigerianischen Millionenmetropole Lagos nährte die Sorge, dass sich das Virus in Afrika und auch darüber hinaus weiter verbreiten könnte. Denn anders als bei früheren Ebola-Ausbrüchen ist das Virus nicht mehr auf vergleichsweise dünn besiedelte ländliche Regionen beschränkt. Mit der Erreichen der Städte wächst die Gefahr, dass sich das Virus von dort durch Flugreisende in andere Teile der Welt ausbreiten könnte.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, begannen die Behörden an den Flughäfen Ankommende auf Ebola-Symptome zu prüfen. Und auch Togo, wo der in Nigeria verstorbene 40-Jährige aus Liberia auf seiner Anreise einen Zwischenstopp gemacht hatte, war in Alarmbereitschaft.

Experten warnten aber, dass Kontrollen von Flugpassagieren keinen ausreichenden Schutz bieten, weil die ersten Symptome von Ebola denen anderer Krankheiten wie etwa Malaria oder Typhus entsprechen. Zudem gebe es unterschiedliche Inkubationszeiten zwischen zwei und 21 Tagen. Die tödliche Krankheit grassiert seit dem Frühjahr in mehreren Ländern, darunter neben Liberia auch Sierra Leone und Guinea. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden in Westafrika bereits rund 1200 Ebola-Fälle registriert.

Der in Nigeria verstorbene Patient kam nach Angaben des Gesundheitsministeriums Anfang der Woche an und starb am Freitag in einer Klinik in Lagos. Die liberianischen Behörden identifizierten den Toten als Regierungsangestellten des dortigen Finanzministeriums. Der Mann hatte schon auf dem Flug von Liberia nach Nigeria hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall und wurde daraufhin direkt von der Maschine in ein Krankenhaus gebracht und unter Quarantäne gestellt. Ein Test wies Ebola nach. Auch die übrigen Passagiere wurden untersucht.

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