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17.08.2013

10:50 Uhr

Medizin

Ein Messgerät für das menschliche Bewusstsein

Blutdruck lässt sich messen, der Cholesterin-Spiegel und natürlich die Körpertemperatur. Aber der Grad des Bewusstseins eines Menschen? Forscher haben ein Verfahren entwickelt, dass dies möglich machen könnte.

Ein Auge im Schatten eines Schlüssellochs: Bewusstseinsgrade von Menschen könnten sich messen lassen. dpa

Ein Auge im Schatten eines Schlüssellochs: Bewusstseinsgrade von Menschen könnten sich messen lassen.

WashingtonEin Patient hat eine Gehirnverletzung. Sie ist so ernst, dass er die Hand eines Familienangehörigen nicht drücken oder auch sonst nicht reagieren kann. Heißt das, der Kranke befindet sich in einem vegetativen Zustand, oder ist zumindest ein Maß von Bewusstsein da, das er nur nicht ausdrücken kann?

Bisher gibt es nur kaum Mittel, um das herauszufinden. Jetzt haben Wissenschaftler ein neues Werkzeug entwickelt, um sozusagen ins Gehirn zu schauen und die verschiedenen Bewusstseinsstufen messen zu können.

Es befindet sich noch in einem sehr experimentellen Stadium. Und wenn es funktioniert, dann stellt sich die Frage, wie man es nutzen kann, ohne falsche Hoffnungen zu erwecken. Denn niemand weiß, welcher Grad von Bewusstsein zu einem bestimmten Zeitpunkt nach einer Verletzung wirklich eine Genesung verspricht. Aber zumindest könnten Ärzte eines Tages in der Lage sein, Bewusstsein ähnlich messen zu können wie etwa den Blutdruck.

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Erscheint ein Kranker bewusstlos, versuchen Ärzte herauszufinden, ob der Patient etwa auf Kommando die Augenlider oder Gliedmaßen bewegen kann, ob er auf Berührungen oder auch Schmerz reagiert. Wenn nicht, kann das Scannen der Hirnaktivität Hinweise geben. Wissenschaftler haben sogar anscheinend bewusstlose Patienten in Kernspintomografie-Röhren geschoben und ihnen gesagt, sie sollten sich vorstellen, einen Ball zu werfen. Wie das Gehirn reagiert, kann anzeigen, ob sie bei Bewusstsein sind und es lediglich nicht zeigen können, also ob sie unter dem sogenannten Locked-in-Syndrom leiden.

Wissenschaftler unter Leitung von Marcello Massimini, einem Neurophysiologen an der Universität von Mailand, haben nach einem einfacheren und objektiveren Weg gesucht, Bewusstsein zu messen. Ihre Forschungsarbeit, über die das Journal „Science Translational Medicine“ kürzlich berichtete, basiert auf der Theorie, dass Bewusstsein von der Komplexität der Gehirnaktivitäten abhängt, wie etwa verschiedene Bereiche zusammenarbeiten und Information verarbeiten.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.08.2013, 23:29 Uhr

DASS dies möglich macht?
Den Unterschied zwischen "dass" und "das" sollte man schon in der Grundschule gelernt haben.
Wenn man "das" durch "welches" ersetzen kann, schreibt man es mit einem "s".

norbert

19.08.2013, 11:34 Uhr

Pater Eberhard, Sie haben zwar recht, aber gegen reformbesoffene Pädagogen und Soziologen und deren unschuldige Produkte ( nämlich der Generation unter 30 ) kämpfen Sie vergeblich !

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