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01.02.2011

10:24 Uhr

Medizin

Hund erschnüffelt Darmkrebs

Die feine Nase eines Labradors hat sich im Laborversuch als deutlich effektiveres Werkzeug zur Früherkennung von Darmkrebs erwiesen als alle üblichen Testverfahren.

Die Hundenase - präzises Werkzeug zur Krebs-Früherkennung. dpa

Die Hundenase - präzises Werkzeug zur Krebs-Früherkennung.

HB TOKIO. Hunde können frühe Stadien von Darmkrebs erschnüffeln. Das haben Tests von Forschern der südjapanischen Universität Kyushu mit einem Labrador ergeben. Die Tiere sind offenbar in der Lage, bestimmte chemische Substanzen zu erschnüffeln, die im Körper von Krebspatienten zirkulieren. Die Erkenntnis könnte bei der Entwicklung von besseren Testverfahren bei Krebserkrankungen im Frühstadium helfen.

Frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass Hunde unter anderem Haut-, Brust- und Lungenkrebs riechen können. Die Wissenschaftler um Hideto Sonoda unterzogen nun einen speziell trainierten Labrador über mehrere Monate insgesamt 74 „Schnüffeltests“. In jeder Übung wurden dem Hund fünf Atem- oder Stuhlproben vorgelegt, wobei immer nur eine davon Krebsspuren enthielt. Die Proben stammten von 48 Menschen mit nachgewiesenem Darmkrebs sowie 258 Freiwilligen, die entweder keinen Darmkrebs hatten oder in der Vergangenheit an Krebs gelitten hatten.

Der Hund fand mit einer Trefferquote von über 90 Prozent die belasteten Proben heraus. Beim Erschnüffeln störte es den Labrador auch nicht, wenn die Patienten rauchten. Auch das Vorhandensein anderer Darmerkrankungen beeinträchtigte das Ergebnis nicht. Die höchste Trefferquote hatte das Tier bei Proben von solchen Patienten, die sich im frühen Krebsstadium befanden, berichten die Wissenschaftler im britischen Medizinjournal „Gut“.

Nach Angaben der Forscher sind herkömmliche Bluttests zwar eine effiziente Methode, um Darmkrebs festzustellen. Doch könnten auf diese Weise nur in einem von zehn Fällen Krebs im frühen Stadium diagnostiziert werden.

Kommentare (2)

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Dr. Mabuse

01.02.2011, 17:18 Uhr

Wie kann man denn "von einem Stuhltest eine blutprobe" machen?
Wohl nur, wenn man "viel Stuhl im blut hat" ;-/

norbert

02.02.2011, 11:36 Uhr

[1]
Mit den bluttests werden bestimmte Proteine und Peptide, sogenannte "Tumormarker" bestimmt. Das getestete blut kommt aus der Vene, nicht aus dem Stuhl.
Der Hund erschnüffelt andere Substanzen aus dem Stuhl oder Atem. Und da muß kein blut im Stuhl sein. in der Hautdiagnostik werden auch Hunde eingesetzt, um Hautkrebs zu erschnüffeln, ganz ohne blut.

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