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17.12.2013

11:34 Uhr

Medizin

Neuer Ansatz im Kampf gegen Aids

Forschern ist es gelungen, das Aids-Virus in Labormäusen zu entfernen. Experten sprechen von einer neuen Hoffnung auf Heilung. Für die nötigen klinischen Studien am Menschen aber fehlt noch das Geld.

Die mit dem Elektronenmikroskop gemachte Aufnahme zeigt eine mit dem Aids-Erreger HIV (gelb) infizierte menschliche T-Helferzelle. ap

Die mit dem Elektronenmikroskop gemachte Aufnahme zeigt eine mit dem Aids-Erreger HIV (gelb) infizierte menschliche T-Helferzelle.

Dresden/HamburgLichtblick in der Aids-Forschung: Mehrere mit dem HI-Virus infizierte Labormäuse wurden wieder gesund. Experten entfernten den tödlichen Erreger weitestgehend aus den Tieren - mittels Biomedizin.

Molekularbiologen am Universitäts KrebsCentrum (UCC) der Medizinischen Fakultät der TU Dresden züchteten dafür über Jahre ein Enzym, das HI-Viren in Zellen erkennt und aus dem Erbgut infizierter Zellen ausschneidet. Gemeinsam mit Kollegen vom Hamburger Heinrich Pette Institut - Leibniz Institut für Experimentelle Virologie gelang es dann, die Infektion bei Labormäusen zu behandeln.

„Es gibt verschiedene Methoden und ähnliche Ansätze, aber das Virus aus der infizierten Zelle herauszulösen, ist bisher einmalig“, sagt der Leiter der dortigen Abteilung Antivirale Strategien, Joachim Hauber. Es ist nach seinen Angaben der bisher einzige Ansatz, bei dem eine Infektion wieder rückgängig gemacht wird und die behandelte Zelle dabei gesund überlebt.

Ob das auch beim Menschen funktioniert, kann sich nur in klinischen Studien erweisen. Dafür fehlt den Forschern aber das notwendige Geld.

Die „molekulare Schere“ könnte in zehn Jahren ausgereift sein, sagt der Dresdner Teamchef Frank Buchholz. Damit wäre eine somatische Gentherapie möglich. „Patienten wird Blut entnommen, daraus isoliert man die blutbildenden Stammzellen.“ Mit Hilfe eines Gen-Vektors werde dort dann im Labor der Bauplan für die Gen-Schere eingeführt. Da der Patient eigene genetisch veränderte Blutzellen zurückbekommt, gibt es laut Buchholz keine Abstoßungsreaktionen.

Die Forscher gehen davon aus, dass dann nach und nach immer mehr genetisch veränderte Immunzellen heranwachsen und so das Blutsystem erneuert wird. Die geheilten Zellen könnten dann ihre Aufgabe im Immunsystem verrichten, was langfristig zu einer Heilung beitragen könnte, sagt Buchholz.

Bei den Mäusen gelang das zumindest teilweise. „Die Virusmenge nahm deutlich ab oder war im Blut gar nicht mehr nachweisbar“, berichtet Hauber. Aber wegen der relativ kurzen Lebensdauer der Labormäuse habe das Tiermodell Grenzen.

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