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14.01.2016

13:50 Uhr

Medizin

WHO erklärt Westafrika für ebolafrei

Zwei Jahre lang hat das tödliche Ebola-Virus in Westafrika Angst und unermessliches Leid verbreitet. Jetzt scheint die unmittelbare Gefahr für die Region gebannt. Doch vorbei ist der Kampf gegen die Seuche noch nicht.

Trotz des unermüdlichen Einsatzes unzähliger Helfer starben mehr als 11.300 Menschen in Westafrika an Ebola. AFP

Ebola-Helfen in Schutzanzügen

Trotz des unermüdlichen Einsatzes unzähliger Helfer starben mehr als 11.300 Menschen in Westafrika an Ebola.

GenfZwei Jahre nach dem Ausbruch der bislang verheerendsten Ebola-Epidemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Westafrika für ebolafrei erklärt. „Wir erklären heute das Ende des Ebola-Ausbruchs in Liberia und zugleich, dass damit alle bekannten Infektionsstränge in Westafrika gestoppt wurden“, sagte der WHO-Abteilungsleiter für Risikomanagement, Rick Brennan, am Donnerstag in Genf.

Damit gilt die Epidemie, an der mehr als 11 300 Menschen starben, offiziell als überwunden. Vor Liberia hatte die WHO bereits für Sierra Leone und Guinea das Ende der tödlichen Virusseuche festgestellt. „Die Entdeckung und Unterbrechung jedes einzelnen Infektionsstrangs ist eine monumentale Errungenschaft“, sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Ebola: Neue Hoffnung im Kampf gegen das Todesvirus

Ebola

Neue Hoffnung im Kampf gegen das Todesvirus

Zwei mögliche Ansätze für eine wirksame Ebola-Therapie, zwei grundverschiedene Ergebnisse: Während ein Malaria-Medikament sich vielleicht als wirksame Waffe erweisen könnte, blieb ein anderer Behandlungsansatz erfolglos.

Ein betroffenes Land wird für ebolafrei erklärt, wenn es 42 Tage – die doppelte Zeitspanne des maximalen Inkubationszeitraums – keine neuen Fälle gegeben hat. Insgesamt waren in den beiden zurückliegenden Jahren 28.600 Menschen an dem Virus erkrankt. Die meisten Toten gab es in Liberia (4800). Auch in Europa und den USA gab es vereinzelt Todesfälle, meist starben infizierte medizinische Helfer.

Die WHO-Chefin dankte den unzähligen Helfern sowie örtlichen Behörden und internationalen Organisationen für deren Einsatz im Kampf gegen die Seuche. Zugleich warnte sie: „Unsere Arbeit ist nicht beendet, Wachsamkeit ist nötig, um neue Ausbrüche zu verhindern.“

Virus kann im Körper überdauern

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte entsprechend: „Wir müssen mit einem erneuten Aufbäumen von Ebola in den kommenden Jahren rechnen“, sagte er in New York. Die Welt müsse sich dafür besser wappnen. Er rief dazu auf, die westafrikanischen Länder bei der Überwindung der Epidemie-Folgen und der notwendigen medizinischen Vorbeugung stärker zu unterstützen.

Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, erklärte, der Sieg über Ebola sei durch die Anstrengungen der medizinischen Helfer, einfacher Bürger sowie der Behörden in den betroffenen Ländern und internationaler Unterstützung möglich geworden. Allein die EU-Staaten hätten dafür Hilfe um Umfang von zwei Milliarden Euro mobilisiert.

Nach Angaben von WHO-Experten könnten infizierte Überlebende das Virus aber noch im Körper haben und etwa über Samenflüssigkeit auf andere übertragen. Dies sei noch bis zu sechs Monate, in Einzelfällen auch bis zu einem Jahr nach einer Ansteckung möglich, hieß es.

Überlebende erhielten von Gesundheitshelfern Beratung zu „Safer Sex“, um eine Übertragung des noch in ihnen schlummernden Ebola-Virus zu verhindern. Dies gelte, bis sie mindestens zweimal negativ auf Ebola getestet werden, erklärten WHO-Experten.

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