Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.11.2016

17:20 Uhr

Medizintechnikmesse Medica

Lockruf der Gesundheit

VonAndreas Neuhaus

Der Gesundheitsmarkt ist riesig – und bietet enormes Wachstumspotenzial. Nicht nur für Start-ups, sondern auch für etablierte Firmen, die ihr Know-how aus anderen Branchen im Medizintechnikmarkt vermarkten wollen.

Auf der Medica zeigen mehr als 5.000 Aussteller aus gut 70 Nationen Neuheiten in der Medizintechnik. dpa

Medizinmesse Medica

Auf der Medica zeigen mehr als 5.000 Aussteller aus gut 70 Nationen Neuheiten in der Medizintechnik.

DüsseldorfNur noch wenige Meter fehlen Sabrina, dann hat sie den Felsbrocken den ganzen Weg bis zum Gipfel hinaufgerollt. Doch plötzlich krachen Steine die steile Kante hinab und Sabrinas Felsbrocken kullert wieder ins Tal hinab. Der etwas eckig animierte Fuchs auf dem Bildschirm bleibt daraufhin unschlüssig stehen und Sabrina steigt von dem Stepper, löst die Hände von dem riesigen Gymnastikball und sagt lachend: „Schade.“

„Sisyfox“ nennt sich das Spiel, in dem es analog zur Figur Sisyphos aus der griechischen Mythologie darum geht, einen Felsbrocken einen Berg hinaufzurollen. So weit so normal. Doch das Spiel wurde für die Physiotherapie entwickelt und soll die kognitiven und neurologischen Fähigkeiten trainieren. Der Gymnastikball ist hier die Verbindung zwischen der realen und virtuellen Welt.

Der Sisyfox ist nur eine von vielen Innovationen, die in Düsseldorf auf der Medica zu sehen sind. Über 5.000 Aussteller aus 70 Nationen präsentieren auf der weltweit größten Medizinmesse ihre Neuentwicklungen. Dem Thema Digitalisierung können sich die Besucher dabei kaum entziehen. Die Welle hat auch den Gesundheitsbereich voll erfasst und betrifft alle Bereiche: den ambulanten wie den klinischen, gleichermaßen Arzt wie Patient.

Die neuen Gründer – Teleclinic: Digitale Sprechstunde

Die neuen Gründer – Teleclinic

Premium Digitale Sprechstunde

Ärztliche Hilfe bequem vom Bett aus? Das bietet die App des Start-ups Teleclinic. Das Problem: Fernbehandlung ist in Deutschland verboten. Ärzte sind trotzdem von der Idee überzeugt – und auch eine Krankenkasse macht mit.

So stellt beispielsweise das Start-up Teleclinic seine Online-Sprechstunde vor. Per Telefon oder Videochat werden die Patienten bei einer Sprechstundenhilfe vorstellig. Die erfragt die Probleme und Symptome und leitet den Patienten an den entsprechenden Facharzt weiter. Zur besseren Einordnung können Anrufer auch Bilder, etwa Röntgenaufnahmen hochladen. Ist der Arzt telefonisch gerade nicht zu erreichen, ruft er noch am selben Tag zurück – zum Wunschtermin zwischen 6 und 23 Uhr.

Die Gründer versprechen sich, dass der Patient sofort beim richtigen Spezialisten landet – egal, wie weit dieser entfernt ist. Der darf derzeit nur einen Rat geben, aber keine Rezepte ausstellen oder Behandlungen anordnen, weil in Deutschland noch das Fernbehandlungsverbot gilt. Das könnte aber eines Tages fallen, denn erste Pilotversuche in Baden-Württemberg erlauben solche Fernbehandlungsangebote. Für den Arzt wiederum haben Konzepte wie die Teleclinic den Vorteil, dass alle Daten im Patientenprofil gespeichert werden und bei jedem Arztbesuch abrufbar sind – die entsprechende Erlaubnis des Patienten vorausgesetzt.

Teleclinic auf einen Blick

Team

Die digitale Arztpraxis entwickelten Reinhard Meier und Katharina Jünger ab Ende 2014. Hinzu kam der Wirtschaftsinformatiker Patrick Palacin (v. l.).

Geschäftsmodell

Patienten sollen schnell im Videochat mit einem Arzt sprechen können.

Investoren

Die drei Gründer haben eigenes Geld investiert, außerdem sind diverse Business-Angels im Boot. Aus dem Exist-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums kamen 125 000 Euro.

Markt

Markt In Deutschland werden rund 50 Milliarden Euro für die Behandlung in Arztpraxen ausgegeben. Zurzeit gibt es diverse Zweitmeinungsportale, die aber keinen direkten Draht zum Arzt bieten. Als zweites Start-up in Deutschland sammelt Docsofort gerade Geld ein. In der Schweiz berät Medgate.

Wie wichtig es ist, die Telemedizin in Deutschland weiterzuentwickeln, verdeutlicht Thomas Aßmann. Der Mediziner aus Nordrhein-Westfalen meint: „Wir müssen uns so aufstellen, dass wir global wettbewerbsfähig sind. Und das geht nur mit den modernen Techniken. Wenn wir es nicht machen, machen es eben andere.“

Etwa Anbieter wie die Mayo-Klinik in den USA. Die hat aktuell 2,3 Millionen Patienten, bis 2020 sollen es in Kooperation mit Apple 200 Millionen Patienten sein. Die größte Konkurrenz für die Helios-Kliniken in Deutschland käme dann plötzlich aus Minnesota und Kalifornien.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.11.2016, 17:26 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

Account gelöscht!

15.11.2016, 17:37 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

Account gelöscht!

15.11.2016, 17:48 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×