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03.07.2013

12:27 Uhr

Meeresbiologie

Sonar von Kriegsschiffen gefährdet Wale

Dass Wale stranden, weil sie von Sonar-Signalen verwirrt wurden, war schon lange vermutet worden. Experimenten von Meeresbiologen mit Cuvier-Schnabelwalen und Blauwalen bestätigen diesen Zusammenhang nun.

Immer wieder stranden Wale, wie hier in Spirits Bay, Northland, Neuseeland. Experten vermuteten schon lange einen Zusammenhang mit militärischem Sonar. dpa

Immer wieder stranden Wale, wie hier in Spirits Bay, Northland, Neuseeland. Experten vermuteten schon lange einen Zusammenhang mit militärischem Sonar.

St Andrews/LondonMeeresbiologen haben Beweise dafür geliefert, dass militärische Sonar-Signale tatsächlich das Verhalten von Walen beeinflussen. Der Schall beeinträchtige die Futtersuche und könne das Strandungsrisiko erhöhen, schreiben die Forscher nach Experimenten mit Cuvier-Schnabelwalen und Blauwalen.

Die Tiere unterbrechen demnach bei solchen Unterwasser-Signalen ihre Futtersuche und werden mitunter von reichhaltigen Beute-Gebieten vertrieben. Deswegen könnten sie in einigen Fällen nicht mehr genügend Nahrung zu sich nehmen, vermuten die Forscher.

Die Ergebnisse sind in den Fachzeitschriften „Biology Letters“ und „Proceedings of the Royal Society B“ erschienen. Beide Studien wurden von der Kriegsmarine der USA finanziell unterstützt.

Die Meeresbiologen um Peter Lloyd Tyack vom Scottish Oceans Institute erforschen seit Jahren, wie Wale akustisch gestört werden. Nun haben sie erstmals direkt untersucht, wie zwei verschiedene Walarten auf die Sonarwellen unter Wasser reagieren. Für das Experiment wurde den Tieren ein kleines Messinstrument angeheftet, das zum Beispiel registrierte, wie laut ein ankommendes Signal war und in welcher Wassertiefe sich die Wale gerade aufhielten.

Kommentare (2)

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tom

03.07.2013, 13:38 Uhr

Respekt vor den Wissenschaftler als auch vor der Marine:
"Die Ergebnisse sind in den Fachzeitschriften „Biology Letters“ und „Proceedings of the Royal Society B“ erschienen. Beide Studien wurden von der Kriegsmarine der USA finanziell unterstützt."

Obwohl die Studie ein Ergebnis bewies, welches der Marine schade, haben die Wissenschaftler als auch die Geldgeber der Studie die Ergebnisse objektiv betrachtet und veröffentlicht - wahre Wissenschaftler. Leider häufen sich immer mehr die Fälle, in denen die Studie genau zu einem Ergebnis kommt, welches den Auftraggebern der Studie zupass kommt.

Oder haben Sie in den Zeitungen von der Zunahme der Eismengen in der Antarktis gelesen (max. Einbedeckung seit 40 Jahren? Oder der Zunahme der Eisbärenpopulation in der Arktis?

Manuela

03.07.2013, 14:15 Uhr

Ich bin soeben von der Walforschungsreise an der Côte d'Azur zurück. Nicht nur Militärsonar, sondern auch Schiffsschrauben und die Suche nach Öl sind ohrenbetäubend laut. Mittels dem Hydrophon habe ich 1:1 gehört, wie viel Lärm ein Schiff viele Kilometer entfernt, erzeugt. Wird es uns Menschen zu laut, können wir fliehen. Doch das Meer hat keine Schallmauer. Und auch keinen Notausgang. Lasst uns die Lärmverursacher zu verantwortungsvollem Handeln aufrufen! Der 10-Punkte-Plan von Silent Oceans schlägt Lösungen vor: http://www.oceancare.org/de/silentoceans/10punkteplan/

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