Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.09.2013

15:49 Uhr

Meeressäuger

Was Ohrenschmalz über Wale verrät

US-Wissenschaftler haben eine ungewöhnliche Methode ausprobiert, um mehr über die Lebensbedingungen der riesigen Blauwale zu erfahren. Ihr Ansatz zur Erforschung der Meeressäuger: die Ohrenschmalz-Analyse.

Modell eines Blauwals im Ozeaneum Stralsund. Die bis zu 30 Meter großen Wale gelten als größte Tiere der Erdgeschichte. dpa

Modell eines Blauwals im Ozeaneum Stralsund. Die bis zu 30 Meter großen Wale gelten als größte Tiere der Erdgeschichte.

Washington/WacoOhrenschmalz von Walen kann Auskunft geben über das Liebesleben und die Schadstoffbelastung der Meeressäuger. Das hat ein Forscherteam um Sascha Usenko von der Baylor Universität in Waco (US-Bundesstaat Texas) herausgefunden. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchung eines toten Blauwals im Fachjournal „PNAS“.

Wale haben keine Ohrmuscheln. Ihre Ohren sind von außen nur als kleines Loch erkennbar. Zwischen dieser Öffnung und dem inneren Hörorgan liegt der Gehörgang mit dem Ohrenschmalzpfropfen.

Für ihre Untersuchung entfernten die Forscher den 25 Zentimeter langen Schmalzpfropfen aus dem Gehörgang des Wals. Wie bei den Jahresringen eines Baumes besteht auch so ein Pfropfen aus mehreren Schichten, deren Analyse ein chemisches Profil des Meeressäugers ermöglicht. Die Forscher suchten unter anderem nach dem Stresshormon Cortisol und dem Sexualhormon Testosteron, aber auch nach Pestiziden.

Ihre Untersuchung ergab, dass der Blauwal etwa zwölf Jahre alt war, als er bei einer Schiffskollision starb. Der hohen Konzentration an Cortisol und Testosteron in den entsprechenden Schichten nach zu urteilen, wurde er mit etwa zehn Jahren geschlechtsreif.

Andere Stoffe zeigen, dass er vor allem während des ersten Lebensjahres – als er noch gestillt wurde – Pestiziden ausgesetzt war. Die Forscher vermuten, dass die Schadstoffe durch die Mutter übertragen wurden.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Tabu

17.09.2013, 23:06 Uhr

Im Stillalter Pestizide über die Mutter aufgenommen
und jetzt auch noch gefährdet durch Klimawandel,Meeresverschmutzung und vermehrten
Schiffsverkehr.Da macht das Walfanggesetz von 1967
wenig Sinn.So oder so,ist deren Lebensraum zerstört
und ihr Überleben vernichtet.Wir habens mit allem
übertrieben..und vermehren uns wie die Fliegen..zum
Schaden der Tier und Umwelt.

Account gelöscht!

18.09.2013, 10:45 Uhr

Machen Sie sich keine Gedanken. Aller Voraussicht nach sinkt die menschliche Weltbevölkerung ab 2051 aufgrund besserer Bildung und Familienplanung in den Schwellen- und Entwicklungsländern ganz automatisch. Und ich bin optimistisch, daß die Meere in Zukunft besser geschützt werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×