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31.10.2014

07:57 Uhr

Mehr Schutz vor Ebola

US-Krankenschwestern wollen für eigene Sicherheit streiken

Krankenschwestern in den USA wollen in den Arbeitskampf treten. Ihr Ziel: ein besserer Schutz vor Ebola in den Kliniken. Zwei US-Krankenschwestern haben sich nämlich schon mit dem Virus infiziert.

Ein Protestplakat, das die mangelhafte Sicherheit der Krankenschwestern gegenüber Ebola kritisiert. Nun wollen US-Schwestern für mehr Sicherheit streiken. AFP

Ein Protestplakat, das die mangelhafte Sicherheit der Krankenschwestern gegenüber Ebola kritisiert. Nun wollen US-Schwestern für mehr Sicherheit streiken.

WashingtonMit landesweiten Streiks und Protestaktionen wollen die US-Krankenschwestern im kommenden Monat einen besseren Schutz vor Ebola in den US-Kliniken fordern. Der Berufsverband der US-Krankenschwestern (National Nurses United, NNU) rief am Donnerstag zum Arbeitskampf und zu Demonstrationen am 11. und 12. November auf. Ziel sei es, „schärfere Ebola-Sicherheitsvorkehrungen in den Krankenhäusern des Landes“ zu erzielen, erklärte der Verband.

Die hochgefährliche Virusinfektion grassiert derzeit in Westafrika. Auch in den USA infizierten sich bereits zwei Krankenschwestern, die einen Ebola-Patienten betreuten. Das Virus überträgt sich durch Körperflüssigkeiten, medizinisches Personal ist bei der Pflege von Ebola-Kranken daher besonders gefährdet. Die USA verschärften bereits die Einreisebedingungen für Personal, die von einem Einsatz in Westafrika zurückkehren.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Dem NNU zufolge wollen sich allein im Bundesstaat Kalifornien 50.000 Pflegekräfte an den Aktionen beteiligen, landesweit noch einmal zusätzliche 100.000 Krankenschwestern. Der Verband fordert, dass in allen US-Kliniken das „höchstmögliche Maß an Sicherheitsvorkehrungen herrscht“, darunter die Bereitstellung von umfassend dichten Schutzanzügen und Atemgeräten für alle Pfleger. Zudem müsse ein regelmäßiges Training im Umgang mit der Schutzkleidung und mit Ebola-Patienten stattfinden, erklärte der NNU. Der Verband will die betroffenen Krankenhäuser ausreichend früh über die Streiks informieren.

Von

afp

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