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01.10.2014

05:05 Uhr

Meldung der Seuchenbehörde CDC

Erster Ebola-Fall in den USA

Die Ebola-Epidemie breitet sich immer weiter aus. Jetzt ist erstmals ein Patient außerhalb von Afrika mit der Krankheit diagnostiziert worden. Der Patient wird in einem Krankenhaus in Texas behandelt.

Patient in Texas

Erster Ebola-Fall in den USA

Patient in Texas: Erster Ebola-Fall in den USA

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New YorkErstmals seit Ausbruch der Ebola-Epidemie ist ein Patient außerhalb von Afrika mit der Krankheit diagnostiziert worden. Der Patient sei vor rund zehn Tagen aus dem westafrikanischen Liberia in die USA eingereist, wo die Krankheit am Dienstag bei ihm anhand von Proben zweifelsfrei diagnostiziert worden sei, teilte der Leiter der US-Gesundheitsbehörde, Thomas Frieden, bei einer Pressekonferenz mit. Der Patient habe erst einige Tage nach der Einreise in die USA Symptome entwickelt und sich in ein Krankenhaus in Dallas im US-Bundesstaat Texas begeben. Dort sei er auf eine Isolationsstation gebracht worden.

Frieden telefonierte am Dienstag auch mit US-Präsident Barack Obama, um ihn über den Fall in Texas zu informieren. Die beiden sprachen über die strengen Vorschriften zur Isolation des Patienten, teilte das Weiße Haus mit. Frieden habe Obama gesagt, dass die CDC auf solch eine Situation vorbereitet sei und sicher und effektiv reagieren könne. Obama hatte die CDC mit Sitz in Atlanta bereits vor zwei Wochen besucht, dabei mit Ärzten und anderen CDC-Mitarbeitern gesprochen und zu schnellem Handeln im Kampf gegen das Virus aufgerufen.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Weitere Verdachtsfälle gebe es in den USA derzeit nicht, sagte CDC-Chef Frieden. „Ich habe keine Zweifel, dass wir diesen Ebola-Fall kontrollieren werden, so dass die Krankheit sich in diesem Land nicht weiter verbreiten wird“, sagte Frieden. „Wir werden das stoppen.“

Es sei aber möglich, dass der Patient andere Menschen mit Ebola angesteckt habe. Alle Menschen, mit denen er seit seiner Ankunft in den USA Kontakt gehabt habe, würden nun ausfindig gemacht und unter Beobachtung gestellt. Dabei handele es sich um „eine Handvoll Menschen“, hauptsächlich Familienmitglieder, sagte Frieden.

Der Patient sei aus Liberia in die USA gekommen, um Familienmitglieder zu besuchen. Nähere Details oder persönliche Angaben wollte die Gesundheitsbehörde zunächst nicht bekanntgeben. Nach derzeitigen Informationen sehe es so aus, als sei der Patient in Westafrika nicht an der Bekämpfung der Epidemie beteiligt gewesen. Wie er sich angesteckt habe, sei bislang nicht bekannt. Das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas sei „gut vorbereitet“ um mit so einer Situation umzugehen, sagte Edward Goodman, der dort als Arzt arbeitet.

Kommentare (5)

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Sergio Puntila

01.10.2014, 10:14 Uhr

Dass Ebola in mit Bedacht voll herunterwirtschafteten Staaten wie den westafrikanischen so einschlagen konnte - kann kaum verwundern.

Wie und ob das gesundheitspolitische Wiederschwellenland USA damit umgehen wird und umzugehen vermag wird sich zeigen.

Denn mit den USA "hat" das Virus sich zweifelsohne epidemiologisch "neu positioniert".

Halbverhungerte Farbige in Westafrika reagieren "empfindlicher" auf so ein Virus als scheinbar "wohlgenährt" erscheinende US-Amerikaner.

Von Häme kann hier allerdings alles andere als die Rede sein: lediglich von grober Fahrlässigkeit bei der Risikoeinschätzung so eines epidemischen Geschehens.

Frau Annette Bollmohr

01.10.2014, 11:11 Uhr

„Von Häme kann hier allerdings alles andere als die Rede sein:“

Ihr Kommentar trieft für meine Begriffe trotzdem davon. Und die hat tatsächlich noch nie was Gutes bewirkt (außer äußerst billiger Genugtuung, und das auch nur für einen ganz kurzen Moment).

Die westafrikanischen Staaten wurden nicht „mit Bedacht voll heruntergewirtschaftet, sondern der Umstand, dass sie nicht besser dastehen ist einzig und allein die Konsequenz der (offensichtlichen) Tatsache, dass zu viele derjenigen, die dort (= den von Ebola heimgesuchten Staaten Westafrikas) an der Macht sind (bzw. waren) zumindest bisher (hoffe wirklich sehr, dass sich das jetzt schleunigst ändert) die falschen Prioritäten, also NICHT zuvorderst die berechtigten Interessen der Bevölkerung, gesetzt haben.
Hoffen darf man ja immer.

Herr wulff baer

01.10.2014, 11:18 Uhr

"Eine Handvoll von Menschen" waren in Kotakt mit dem Erkrankten.
Einmal kräftig geniest oder gehustet und schon wird aus dieser Handvoll ein größerer Teil von Mitfliegern, die dann wiederum 1000e Leute infizieren können.
Leute, Leute fliegt nicht Flugzeugen, die Flüge nach Afrika machen, sonst seid Ihr bald am Ende.

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