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29.11.2012

13:39 Uhr

Menschliches Erbgut

Viele Mutationen in jüngster Vergangenheit

Das schnelle Wachstum der Bevölkerung hat offenbar starke Auswirkungen auf unser Erbgut. Es gibt zahlreiche Mutationen, die in der jüngeren Geschichte entstanden sind - und krank machen können.

Das menschliche Erbgut hat sich in den vergangenen 10.000 Jahren stark verändert. Reuters

Das menschliche Erbgut hat sich in den vergangenen 10.000 Jahren stark verändert.

LondonDas menschliche Erbgut hat sich in den vergangenen 5000 bis 10.000 Jahren erheblich verändert. In diesem Zeitraum tauchten unter anderem viele Mutationen in Genen auf, die möglicherweise zu Krankheiten führen, und zwar häufiger bei Europäern als bei Afrikanern. Dies berichten US-Forscher im britischen Fachblatt „Nature“. In dem aus evolutionärer Sicht sehr kurzen Zeitraum konnten schädliche Varianten bisher offenbar nicht aussortiert werden.

Die Forscher um Wenqing Fu von der Universität von Washington in Seattle (US-Bundesstaat Washington) hatten mehr als 15.000 Gene von über 6500 Amerikanern mit europäischen und afrikanischen Wurzeln sequenziert. An mehr als einer Million Stellen im Erbgut entdeckten die Wissenschaftler Veränderungen einzelner Bausteine, sogenannte Einzel-Nukleotid-Varianten oder SNVs (single-nucleotid variants). Dann ermittelten die Wissenschaftler das Alter dieser Veränderungen.

Sie stellten so fest, dass etwa 73 Prozent aller SNVs in proteinbildenden Genen in den vergangenen 5000 bis 10.000 Jahren entstanden sind. Solche Gene liefern die Vorlage für Proteine, die wiederum für den Aufbau der Zellen  verantwortlich sind.

Tauchen Mutationen in solchen Genen auf, kann das zur Folge haben, dass Proteine gar nicht oder nicht richtig gebildet werden. Dies kann dann zur Entstehung von Krankheiten führen. Von allen SNVs mit vermeintlich schädlichen Auswirkungen entstanden etwa 86 Prozent in dem genannten Zeitraum, berichten die Forscher weiter.

Ihre Untersuchung zeige, dass aus evolutionärer Sicht junge Veränderungen erhebliche Auswirkungen auf das menschliche Erbgut haben. Daraus leiten die Wissenschaftler auch eine tröstliche Voraussage ab: Vermutlich seien in jüngerer Vergangenheit auch zahlreiche vorteilhafte Mutationen aufgetaucht, die sich in den kommenden Generationen durchsetzen werden.

Von

dpa

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