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18.12.2013

09:37 Uhr

Mers

Ein Virus bedroht die Welt

Dutzende Menschen sind schon an Mers gestorben. Das Coronavirus, das vor allem im Mittleren Osten auftritt, bereitet Gesundheitsexperten große Sorgen. Wissenschaftler forschen mit Hochdruck an einem Impfstoff.

Das Handout des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) zeigt ein Coronavirus unter dem Mikroskop. Gesundheitsexperten sehen in dem  Mers-Virus eine globale Gefahr. dpa

Das Handout des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) zeigt ein Coronavirus unter dem Mikroskop. Gesundheitsexperten sehen in dem Mers-Virus eine globale Gefahr.

Bonn/Genf„Das neue Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt.“ Deutlicher konnte die Warnung kaum ausfallen, mit der sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Frühjahr dieses Jahres an die Öffentlichkeit richtete. „Keine neue Krankheit ist unter Kontrolle, die sich rascher entwickelt als unser Verständnis davon“, mahnte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Die Warnung der UN-Behörde bezog sich auf das Mers-Virus - offiziell als „Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus“ (Mers-Cov) bekannt.

Mers ähnelt dem Sars-Erreger, der vor zehn Jahren eine Pandemie auslöste. Weltweit starben damals etwa 800 Menschen. Ähnlich wie Sars befällt das neue Virus die Lunge. Und ähnlich wie bei der Sars-Krankheitswelle bereitet Mers Forschern und Gesundheitsexperten große Sorgen.

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„Wir wissen nicht, ob das Virus so bleibt wie es ist. Das ist das große Problem“, sagt etwa Christian Drosten vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn. Der Professor konnte gemeinsam mit Kollegen vor zehn Jahren das Sars-Virus identifizieren. Nun forscht er mit seinen Mitarbeitern seit mehreren Monaten an Mers.

Coronaviren seien in der Lage, schnell zu mutieren, erklärt der Virologe. „Die meisten mutieren so, dass sie eine verbesserte Übertragungsfähigkeit gewinnen.“ Mehrere Szenarien seien hier denkbar - im schlimmsten Fall verändere sich der Mers-Erreger so, dass er sich rapide vermehren kann. Das hätte unberechenbare Folgen.

Doch wann kann es überhaupt zu gefürchteten Mutationen kommen? „Das Virus tut es, wenn man ihm Gelegenheit dazu gibt“, sagt Drosten. „Je länger es unkontrolliert, unbewacht und frei in der Menschheit zirkuliert, desto mehr Zeit hat es zu experimentieren.“

Mers hatte schon einige Monate Zeit für Experimente. Die ersten Infektionen wurden 2012 an die WHO gemeldet. Seitdem gibt die UN-Organisation immer wieder neue Erkrankungs- und Todesfälle bekannt: manchmal im Abstand von Wochen, manchmal von wenigen Tagen.

Typischerweise leiden die Patienten zunächst an grippeähnlichen Symptomen wie Husten, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. Das Virus kann aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Mindestens ein Drittel der Patienten leidet an Magen-Darm-Beschwerden.

Kommentare (8)

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Harald

18.12.2013, 10:03 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Freidenker

18.12.2013, 10:25 Uhr

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Account gelöscht!

18.12.2013, 10:31 Uhr

30.000 Tote durch Schusswaffen-Gebrauch allein in den USA. Gibt es dagegen schon einen Impfstoff?

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