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29.04.2014

15:11 Uhr

Mers-Virus

Viele Ärzte verweigern die Hilfe

Das gefährliche Mers-Virus breitet sich in der arabischen Welt immer schneller aus. Saudi-Arabien meldet fast täglich Tote. Ärzte streiken aus Angst vor Infektion, und auch international wächst die Sorge.

In den betroffenen Gebieten versuchen sich die Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, denn bislang gibt es weder eine Impfung noch eine Therapie gegen den Erreger. AFP

In den betroffenen Gebieten versuchen sich die Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, denn bislang gibt es weder eine Impfung noch eine Therapie gegen den Erreger.

Riad„Möge Allah sich ihrer erbarmen“ wünscht die Gesundheitsbehörde in Saudi-Arabien auf ihrer Webseite den Menschen, die an dem gefährlichen Coronavirus Mers gestorben sind. Am Dienstagmorgen waren es in dem Königreich 102 Tote – 21 mehr als noch eine Woche zuvor. Entdeckt wurde der Erreger im September 2012, am meisten betroffen ist der Ölstaat Saudi-Arabien.

Seit wenigen Wochen steigen die Zahlen dort sprunghaft an. Die Regierung in Riad rüstet sich: Der Gesundheitsminister wurde ausgetauscht und Spezialzentren mit Isolierstationen in drei Städten eingerichtet. Doch von Riad, Dschidda oder Mekka gelangt das Virus auch in andere Länder und verbreitet Furcht. Am Wochenende meldete Ägypten einen ersten Verdachtsfall. Ein Rückkehrer aus Saudi-Arabien hatte Symptome aufgewiesen.

Mers: Ein Virus bedroht die Welt

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Dutzende Menschen sind schon an Mers gestorben. Das Coronavirus, das vor allem im Mittleren Osten auftritt, bereitet Gesundheitsexperten große Sorgen. Wissenschaftler forschen mit Hochdruck an einem Impfstoff.

Zuletzt erwischte es insbesondere Ärzte, Apotheker und Krankenschwestern, die mit Erkrankten in Kontakt kamen. So wurde eine 38-jährige philippinische Apothekerin in Riad ins Krankenhaus gebracht, sie hatte sich offenbar angesteckt. In Dschidda wurde der Erreger Mers-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus) bei einer 30-jährigen indischen Krankenschwester diagnostiziert. In Mekka erkrankte ein 32-jähriger sudanesischer Arzt daran.

Viele saudische Mediziner weigern sich aus Angst vor Ansteckung inzwischen, Infizierte überhaupt zu betreuen. Denn bislang gibt es weder eine Impfung noch eine Therapie. Der Körper muss versuchen, den Erreger selbst zu bekämpfen, der zu Nierenversagen und schwerer Lungenentzündung führen kann.

Warum das Coronavirus vor allem in Saudi-Arabien auftritt, weiß man nicht. Überhaupt weiß man im Moment relativ wenig. Die Erreger können sowohl in Vögeln als auch in Säugetieren vorkommen. Einige Studien weisen darauf hin, dass Mers seinen Ursprung in Fledermäusen hat. Wissenschaftler konnten das Virus aber auch in Kamelen nachweisen.

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