Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.11.2013

10:58 Uhr

Meteorit von Tscheljabinsk

Eine Explosion wie von 30 Atombomben

Gleißend hell und dazu wuchtiger als 30 Hiroshima-Bomben war der Meteorit, der Anfang des Jahres über Russland niederging. Neun Monate nach der Detonation haben Forscher Details zu dem Einschlag veröffentlicht.

Der Meteorit von Tscheljabinsk: Am 15. Februar 2013 explodierte er über der Stadt - mit der Kraft von 500 Kilotonnen TNT. dpa

Der Meteorit von Tscheljabinsk: Am 15. Februar 2013 explodierte er über der Stadt - mit der Kraft von 500 Kilotonnen TNT.

MoskauDie Explosion des „Meteoriten von Tscheljabinsk“ über Russland Anfang des Jahres hat etwa 30 Mal mehr Energie freigesetzt als die Detonation der Hiroshima-Bombe 1945. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Untersuchung, die sie aktuell im Fachjournal „Nature“ präsentieren. Der Himmelskörper sei in einer Höhe von rund 30 Kilometern über der Millionenstadt mit einer Kraft von 500 Kilotonnen TNT zerborsten, berichtet das Team um den tschechischen Astronomen Jiri Borovicka.

Die Druckwelle hatte am 15. Februar 2013 rund 7000 Gebäude in der Region am Ural beschädigt. Zerplatzte Fensterscheiben verletzten etwa 1500 Menschen. „Das Ereignis erinnert uns daran, welche Schäden solche Steine verursachen können - und da draußen treiben noch weitaus größere Brocken“, sagte Borovicka von der tschechischen Sternwarte Ondrejov.

Der russischen Wissenschaftlerin Olga Popowa zufolge löste die Detonation auch eine Hitzewelle im rund 1500 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Tscheljabinsk aus. „Zahlreiche Menschen klagten über Hautreizungen im Gesicht“, berichtet die Forscherin der Wissenschaftsakademie Russlands in Moskau. Der Lichtblitz der Explosion sei 30 Mal heller gewesen als die Sonne.

Popowa zufolge hatte der Brocken aus dem All einen Durchmesser von etwa 20 Metern und ein Gewicht von schätzungsweise 10.000 Tonnen. Mindestens 76 Prozent des Meteoriten seien bei der Explosion verdampft, das größte Bruchstück fiel in den örtlichen Tschebarkul-See. Dort hatten Taucher vor kurzem ein rund 600 Kilogramm schweres Fragment aus dem Wasser gezogen – eines der größten jemals geborgenen Meteoriten-Bruchstücke.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×