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17.09.2012

18:55 Uhr

Metop-B

Europa schießt Wettersatelliten ins All

Ein weiterer Satellit soll Europa Daten zur Klimaforschung und für Wetterprognosen schicken. Metop-B wurde am Montag mit einer russischen Rakete ins All geschossen. In 817 Kilometern Höhe überfliegt er künftig die Erde.

Wettersatellit Metop-B überfliegt in 100 Minuten einmal die Erde. dapd

Wettersatellit Metop-B überfliegt in 100 Minuten einmal die Erde.

Moskau/DarmstadtEuropa hat wieder einen Wettersatelliten ins All geschossen. Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan hob am Montag eine russische Sojus-Rakete mit Metop-B ab. Vor zwei Monaten war ein Meteosat Second Generation (MSG) in Kourou in Französisch-Guayana als Ergänzung zu einer Späher-Gruppe gestartet. „Meteosat und Metop sind die beiden Säulen des europäischen Beitrags zur globalen Wetter- und Klimabeobachtung“, sagte Claudia Ritsert-Clark von der europäischen Wettersatelliten-Organisation Eumetsat in Darmstadt. Dort war der Start des über vier Tonnen schweren Messapparats unter Applaus auf einer großen Leinwand verfolgt worden.

Das Gesamtprogramm der drei Metop-Satelliten ist laut Eumetsat auf 3,2 Milliarden Euro veranschlagt. Metop-B ist nach Metop-A (Start 2006) die Nummer 2, Metop-C soll Ende 2017 folgen.

Metop-B soll eine Umlaufbahn in 817 Kilometern Höhe erreichen und die Erde über die Pole überfliegen. Mindestens fünf Jahre lang werden Daten zur Klimaforschung und für Wetterprognosen erwartet, etwa zu Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen auf der Meeresoberfläche. Die Höhe gilt als ideal, um hochauflösende globale Daten zu erhalten.

Der Wettersatellit wird in der Anfangsphase wie auch schon MSG vom Kontrollzentrum Esoc der europäischen Weltraumagentur Esa gesteuert. Esoc befindet sich ebenfalls in Darmstadt, nicht weit von Eumetsat entfernt. „Metop-B überfliegt in 100 Minuten einmal die Erde und liefert globale Daten für eine Vorhersage von bis zu zehn Tagen“, sagte der frühere Astronaut Thomas Reiter, der heute den Esa-Bereich bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb leitet. Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain: „Damit werden wir die Kontinuität sicherstellen.“

Die MSG-Satelliten arbeiten anders als Metop stationär und sind mit 36 000 Kilometer in deutlich größerer Höhe im Einsatz. Sie sind wichtig für Kurzfristvorhersagen, vor allem bei Unwetter.

Von

dpa

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