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02.05.2012

12:47 Uhr

Mikro-Flugzeuge

Motten im Windkanal

Einige Insektenarten zählen zu den Meisterfliegern im Tierreich. Von ihnen wollen Flugzeugbauer lernen - und so neue Maschinen für den Katastropheneinsatz entwickeln.

Motte im Windkanal: Grünes Laserlicht macht die Luftströmung sichtbar.

Motte im Windkanal: Grünes Laserlicht macht die Luftströmung sichtbar.

Wenn Heuschrecken große Strecken überspringen oder Motten über Blumen schweben, können Aerodynamiker nur staunen. Die Insekten vollbringen wahre fliegerische Meisterleistungen. Grund genug, sich die besonderen Fähigkeiten der Tiere einmal näher anzuschauen, dachten sich Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Oxford – und ließen Heuschrecken und Motten in einem Windkanal in Göttingen starten.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen den Bau leistungsfähiger Mikro-Flugzeuge ermöglichen. Um winzige Flugmaschinen zu konstruieren, genügt es nämlich nicht, existierende Flieger einfach immer weiter zu verkleinern. Diese verwenden getrennte Vorrichtungen für Antrieb und Auftrieb, nämlich Triebwerke und Flügel, was Platz kostet. „Die Natur hat das Problem gelöst, wie Miniatur-Flugmaschinen gebaut sein müssen: mit schlagenden Flügeln, die Antrieb und Auftrieb vereinen“, so Richard Bomphrey von der Abteilung Zoologie der Universität Oxford.

Um das Vorbild der Natur nachzuahmen, ist zunächst ein genaueres Verständnis der unterschiedlichen Funktionsweisen von Insektenflügeln notwendig. Heuschrecken können beispielsweise große Entfernungen bei geringem Energieverbrauch bewältigen. Hummeln sind exzellente Lastenträger und können so viel Pollen transportieren wie sie selbst wiegen. Motten wiederum weisen eine erstaunliche Manövrierfähigkeit auf und können über Blumen schweben, um Nektar aufzunehmen.

Wichtig für das Verständnis der Flugleistungen ist das genaue Berechnen der Geschwindigkeiten in der Luftströmung hinter den Flügeln der Insekten. Dazu wurden die Tiere so in einem Windkanal platziert, dass sie ein möglichst natürliches Flugverhalten zeigen. Dabei nutzten die Forscher einen Reflex aus: Sobald Heuschrecken keinen Boden unter den Füßen haben und von vorne angepustet werden, beginnen sie zu fliegen.

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