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30.12.2011

10:31 Uhr

Mission Grail

Nasa-Mondsonden fast am Ziel

Zwei US-Raumsonden werden am Wochenende in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenken. In den kommenden Monaten sollen sie einige bislang ungelöste Rätsel des Erdtrabanten entschlüsseln.

Am Neujahrswochenende sollen die beiden Raumsonden in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenken. Im März beginnt dann die Aufzeichnung von Daten. AFP

Am Neujahrswochenende sollen die beiden Raumsonden in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenken. Im März beginnt dann die Aufzeichnung von Daten.

Los AngelesMit zwei waschmaschinengroßen Mondsonden will die US-Raumfahrtbehörde Nasa im neuen Jahr weitere Geheimnisse des Erdtrabanten entschlüsseln. Am Neujahrswochenende sollen die Raumflugkörper Grail-A und Grail-B in die Umlaufbahn einschwenken. Ihre Aufgabe ist es, das ungleichmäßige Gravitationsfeld des Mondes zu erkunden und Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Oberfläche zu ermöglichen.

Seit dem Start in Florida im September liegen die beiden nahezu gleichen Sonden genau im Plan. Bislang sei alles eigentlich perfekt gelaufen, sagte die wissenschaftliche Leiterin Maria Zuber vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), „doch in diesem Geschäft kann man sich einer Sache nie ganz sicher sein“.

Am Silvesterabend soll die erste der beiden Sonden in die Umlaufbahn gehen, 24 Stunden später die zweite. Im Orbit werden sie die nächsten zwei Monate hintereinander um den Mond kreisen, bis sie etwa 56 Kilometer Höhe und 200 Kilometer Abstand voneinander erreicht haben. Die Aufzeichnung von Daten beginnt erst im März. Geleitet wird die 496 Millionen Dollar (379 Millionen Euro) teure Mission vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa.

Bei früheren Weltraummissionen wurde mit unterschiedlichem Erfolg versucht, die Schwerkraft des Mondes zu messen. Grail (englisch: Gral, Abkürzung für: Gravity Recovery and Interior Laboratory) ist als erste Mission ganz auf diese Aufgabe gerichtet. In ihrer Umlaufbahn um den Mond werden die beiden Sonden durch lokale Veränderungen des Gravitationsfelds beschleunigt oder abgebremst werden. Das wiederum beeinflusst den Abstand zwischen ihnen.

Funksignale messen diese leichten Veränderungen, sodass die Wissenschaftler das Schwerefeld bestimmen können. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, was auf oder unter der Mondoberfläche liegt, wie Berge oder Krater. Da findet sich möglicherweise auch eine Erklärung dafür, weshalb die erdabgewandte Seite des Mondes viel zerklüfteter ist als die von hier aus sichtbare.

Von

dapd

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