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11.05.2016

10:38 Uhr

Mission Kepler

Weltraumteleskop erspäht fast 1300 neue Planeten

Sind wir allein im Universum? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage melden Astronomen den bislang umfangreichsten Planetenfund. Unter den Neuentdeckungen könnten einige erdähnliche Welten sein.

Fast 1300 neue Planeten haben Astronomen mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler gefunden. Die Nasa-Illustration versucht, einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit der fernen Welten zu vermitteln. dpa

Planeten um ferne Sterne

Fast 1300 neue Planeten haben Astronomen mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler gefunden. Die Nasa-Illustration versucht, einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit der fernen Welten zu vermitteln.

WashingtonAuf der Suche nach einer zweiten Erde haben Astronomen fast 1300 Planeten bei anderen Sternen entdeckt. Diese sogenannten Exoplaneten waren mit dem Weltraumteleskop Kepler der US-Raumfahrtbehörde Nasa aufgespürt worden, hatten bislang allerdings lediglich den Status von Planeten-Kandidaten.

Eine neue statistische Analyse im Fachblatt „The Astrophysical Journal“ kommt nun zu dem Schluss, dass es sich bei 1284 Kandidaten mit mindestens 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit um echte Planeten handelt. „Das ist die größte Zahl von Exoplaneten, die je auf einmal bekanntgegeben worden sind“, sagte der Hauptautor der Analyse, Timothy Morton von der Princeton University (US-Staat New Jersey), am Dienstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Washington.

Mit der neuen Untersuchung habe sich die Zahl bestätigter Exoplaneten, die von Kepler aufgespürt wurden, mehr als verdoppelt, betonte Nasa-Chefwissenschaftlerin Ellen Stofan. „Das macht uns Hoffnung, dass wir irgendwann da draußen bei einem Stern ähnlich unserem eigenen eine weitere Erde entdecken.“

Der 2009 gestartete Planetenjäger Kepler späht nach winzigen Helligkeitsschwankungen von Sternen, die entstehen, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen genau vor seinem Stern vorbeizieht – eine Art Mini-Sternfinsternis. Allerdings können auch andere Phänomene derartige Helligkeitsschwankungen erzeugen, etwa zwei sich umkreisende Sterne.

Die Forscher um Morton hatten mit statistischen Methoden alle 4302 Planeten-Kandidaten analysiert, die Kepler bis zum Juli 2015 entdeckt hatte. 984 davon waren bereits mit anderen Techniken als tatsächliche Exoplaneten bestätigt worden. 1284 weitere identifizierte das Forscherteam nun als echte Planeten.

Bei 707 anderen handelt es sich dagegen wahrscheinlich um einen Fehlalarm. Die verbleibenden 1327 Kandidaten haben zwar eine größere Wahrscheinlichkeit, echte Planeten zu sein als ein Fehlalarm, ihr Status lässt sich aber noch nicht klären.

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