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10.11.2011

12:49 Uhr

Mission Phobos-Grunt

Kaum noch Hoffnung auf Rettung der Marssonde

Die Nasa hat Russland Unterstützung bei der Rettung der Mars-Sonde Phobos-Grunt angeboten. Die Sonde droht auf die Erde zu stürzen - mit radioaktivem Kobalt 57 an Bord sowie Tanks voller giftigem Treibstoff.

Die Sonde Phobos-Grunt (hier kurz vor dem Verladen) sollte den Marsmond Phobos erkunden und Bodenproben zur Erde transportieren. AFP

Die Sonde Phobos-Grunt (hier kurz vor dem Verladen) sollte den Marsmond Phobos erkunden und Bodenproben zur Erde transportieren.

Bei der fehlgeleiteten russischen Marsmond-Sonde Phobos-Grunt sind erste Versuche einer Kurskorrektur gescheitert. Die Software des 13 Tonnen schweren Transporters habe auf die Signale der Flugleitzentrale nicht reagiert, teilte am Donnerstag die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Nach Einschätzung des Experten Wladimir Uwarow besteht kaum eine Chance mehr, das 120 Millionen Euro teuren Raumfahrzeug zu retten.

Die Europäische Weltraumbehörde Esa und die US-Raumfahrtbehörde Nasa boten Moskau Hilfe bei den Versuchen eines Rettungsmanövers an. „Wir leiten die Flugdaten von Phobos-Grunt, die wir von unseren Bodenstationen bekommen, gleich an Russland weiter“, sagte Esa-Mitarbeiter René Pischel. Nasa-Sprecher Michael Braukus erklärte, man werde das Kommunikationsnetzwerk zur Verfügung stellen, über das die Nasa eigene Satelliten und Raumsonden steuert, wenn Russland dies wünsche.

Russlands erste interplanetare Mission seit 15 Jahren sollte im August 2014 Bodenproben von dem Marsmond Phobos zur Erde bringen. Das Raumschiff war am Dienstag um 21.16 Uhr MEZ vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet. Die etwa 120 Millionen Euro teure russische Sonde Phobos-Grunt und der chinesische Satellit Yinghuo-1 hatten sich zunächst wie geplant von der Zenit-Trägerrakete getrennt.

Dann aber versagten beide Triebwerkszündungen vermutlich wegen defekter Sensoren. Deshalb habe die Sonde nicht wie geplant auf Marskurs gebracht werden können, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, am Mittwoch.

Russische Nachrichtenagenturen zitierten einen Roskosmos-Mitarbeiter mit den Worten, es helfe „nur ein Wunder“. Die Chancen auf eine Rettung seien gering. „Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet.“

Dem widersprach Popowkin. Allerdings habe die Flugleitzentrale wegen der leerlaufenden Batterien an Bord höchstens drei Tage Zeit, das Raumschiff wieder auf Kurs zu bringen, räumte er ein.

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