Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.11.2011

14:08 Uhr

Mission Phobos-Grunt

Russland gibt Marssonde verloren

Die Marssonde Phobos-Grunt ist offenbar endgültig verloren. Raumfahrtexperten sehen keine Chance mehr, das außer Kontrolle geratene Raumschiff zu retten. Jetzt soll sich Russlands Raumfahrt auf den Mond konzentrieren.

Die Raumsonde Phobos-Grunt - hier kurz vor dem Verladen auf dem Weltraumbahnhof Baikonour - ist offenbar endgültig verloren. dapd

Die Raumsonde Phobos-Grunt - hier kurz vor dem Verladen auf dem Weltraumbahnhof Baikonour - ist offenbar endgültig verloren.

MoskauRussland hat die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der außer Kontrolle geratenen Marssonde Phobos-Grunt offenbar aufgegeben. „Es gibt nur geringe Chancen, dass wir die Mission ausführen können“, sagte der stellvertretende Roskosmos-Chef Witali Dawidow am Dienstag laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen.

Russland hatte die Sonde Anfang November gestartet. Sie sollte auf Phobos, dem größten Marsmond, Bodenproben sammeln und bis 2014 zur Erde bringen. Doch wenige Stunden nach dem Start gab es technische Probleme, sodass „Phobos-Grunt“ nicht auf den berechneten Kurs zum Mars einschwenkte.

Das Kontrollzentrum verlor schließlich den Funkkontakt zu der fünf Milliarden Rubel (knapp 120 Millionen Euro) teuren Raumsonde. „Wenn wir den Kontakt wieder herstellen und verstehen können, was mit der Sonde passiert, dann sind wir vielleicht in der Lage, daraus Schlüsse zu ziehen“, sagte Dawidow. Doch das Zeitfenster für einen Flug zum Mars sei nur noch bis Ende des Monats geöffnet, und Phobos-Grunt werde sicherlich nicht bis

zur Öffnung des nächsten Zeitfensters in zwei Jahren warten können.

Problematisch am Scheitern der Marsmission ist auch, dass die 13,2 Tonnen schwere Sonde nun vermutlich irgendwann zwischen Ende Dezember und Ende Februar auf die Erde stürzt. Sie hat rund elf Tonnen hochgiftigen Treibstoff sowie radioaktives Material an Bord. Wo die Sonde abstürzt, ist noch unklar.

Laut Dawidow dürfte das Scheitern der Mission zu einer Umorientierung in der russischen Weltraumerforschung führen. Statt des Mars' werde nun der Mond stärker in den Vordergrund rücken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×