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30.12.2013

11:39 Uhr

Mission Rosetta

Im Tiefschlaf auf Kometenkurs

Europas Raumfahrt fiebert dem „Ritt auf dem Kometen“ entgegen: 2014 soll die Sonde „Rosetta“ erstmals einen Lander auf einem Kometen absetzen. Jetzt heißt es für die Raumsonde aber erst einmal: Bitte aufwachen!

Die ESA-Illustration zeigt die Raumsonde Rosetta bei der Annäherung an einen Kometen. Im Januar soll die Sonde für den letzten Abschnitt ihrer Reise aus ihrer derzeitigen "Tiefschlafphase" geweckt werden ap

Die ESA-Illustration zeigt die Raumsonde Rosetta bei der Annäherung an einen Kometen. Im Januar soll die Sonde für den letzten Abschnitt ihrer Reise aus ihrer derzeitigen "Tiefschlafphase" geweckt werden

KölnWas genau geschah bei der Geburt des Sonnensystems? Und wie ist später das Leben auf die Erde gekommen? Vielleicht weiß „Rosetta“ ja demnächst die Antworten auf solche und ähnliche Fragen zur Entstehungsgeschichte unserer kosmischen Heimat.

Der blumige Name steht für eine knapp drei mal zwei mal zwei Meter große Raumsonde - und für eine der spektakulärsten Unternehmungen der europäischen Raumfahrt: Nach mehr als zehnjähriger Reise durch das All soll „Rosetta“ 2014 einen Kometen besuchen und erstmals einen Forschungsroboter auf einem solchen Himmelskörper absetzen.

Mit ihrer ehrgeizigen „Rosetta“-Mission betritt die europäische Weltraumagentur ESA Neuland. Noch nie ist eine Forschungssonde in eine Umlaufbahn um einen Kometen eingeschwenkt, und noch nie wurde ein Landegerät auf einem solchen Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren ausgesetzt. Damit sei die „Rosetta“-Mission „eine der bisher komplexesten und anspruchsvollsten überhaupt“, beschrieb die ESA im Vorfeld ihren im Herbst geplanten „Ritt auf dem Kometen“.

Das Reiseziel von „Rosetta“ ist der Komet 67P/Tschurjumov-Gerasimenko - ein kosmischer Brocken mit vier Kilometern Durchmesser, der alle 6,45 Jahre einmal die Sonne umrundet. Wie seine unzähligen Artgenossen gilt er als wichtiger Zeuge aus der Urzeit des Sonnensystems. Zudem glauben Forscher, dass ein Teil des Wassers auf der Erde von Kometen-Einschlägen stammt - und wahrscheinlich auch viele organische Moleküle, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Leben gespielt haben.

Kein Wunder also, dass die Wissenschaftler einige brennende Fragen an Kometen haben. Wie sind ihre Kerne chemisch und mineralogisch zusammengesetzt? Welche thermischen, elektrischen und magnetischen Eigenschaften haben sie? Und wie genau entstehen die Gasschweife, die Kometen im Anflug auf die Sonne bilden? Fragen, die „Rosetta“ und ihr Landegerät „Philae“ beantworten sollen.

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