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13.11.2014

08:33 Uhr

Mission Rosetta

Kometenkontakt wieder hergestellt

Zum ersten Mal ist ein Mini-Labor auf einem Kometen gelandet. „Philae“ soll den Brocken „Tschuri“ untersuchen. Forscher wollen die Anfänge des Sonnensystems erforschen. Fast hätte eine Panne die Mission gefährdet.

Philae ist gelandet

Mini-Labor landet auf Komet Tschuri

Philae ist gelandet: Mini-Labor landet auf Komet Tschuri

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Darmstadt Einen Tag nach der spektakulären Landung mit einem Mini-Labor auf einem Kometen haben Kontrolleure am Donnerstagmorgen wieder Kontakt zu dem Landegerät „Philae“ bekommen. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa mit. In der Nacht hatte es eine Zwangspause ergeben, da sich der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ sowie die Raumsonde „Rosetta“ in seiner Nähe bewegen. Das auf „Tschuri“ sitzende Labor „Philae“ kann somit nicht immer Kontakt zur Sonde haben, von der aus Signale zur Erde geschickt werden.

Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt war am Mittwoch die Landung auf einem Kometen gelungen. Die Esa betrachtet die Mission als Meilenstein. Doch die Landung ist nicht so reibungslos verlaufen wie zunächst vermutet. Beim Aufsetzen des Roboter-Gerätes hatte es Probleme gegeben. Zwei Harpunen zum Verankern von „Philae“ auf „Tschuri“ wurden nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufdrücken des Labors auf dem Kometen funktionierte nicht. Der Chef des Esa-Flugbetriebs im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt, Paolo Ferri, ging am Donnerstag aber davon aus, dass „Philae“ trotzdem auf dem Kometen bleiben wird.

Zehn Jahre, acht Monate und zehn Tage war die Rakete unterwegs und legte dabei rund 6,5 Milliarden Kilometer im All zurück. Die Sonde war mit „Philae“ an Bord am 2. März 2004 mit einer Ariane-5-Rakete von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Die Mission soll bis Ende 2015 dauern. „Philae“ könnte seine Arbeit aber wesentlich früher einstellen.und legte dabei mehr als eine halbe Milliarde Kilometer zurück. Das Aufsetzen des Labors wird von manchen Experten mit der Mondlandung 1969 verglichen. Im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Darmstadt löste der Kometenkontakt zunächst großen Jubel aus. „Der Tag heute ist historisch“, sagte Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. „Wir sind die ersten, denen das gelungen ist. Daran wird man sich erinnern.“ Das Ziel solcher Missionen sei, die Erde besser zu verstehen.

„Wir hoffen auf Antworten zum Ursprung des Lebens auf der Erde“, meinte der Darmstädter Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, Thomas Reiter. Glückwünsche gab es auch von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und von Brigitte Zypries (SPD), der Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt. Deutschland hat sich mit etwa 300 Millionen Euro an der Mission beteiligt - knapp ein Drittel der Gesamtkosten von einer Milliarde Euro, wie aus einer Mitteilung von Zypries hervorgeht.

Das Labor war huckepack mit der Sonde „Rosetta“ durch das All gereist und dann ausgesetzt worden. Während des siebenstündigen Landevorgangs auf der letzten Etappe von 22,5 Kilometer fuhr „Philae“ bei dem gemütlichen Tempo eines Fußgängers die drei spinnenartigen Beine aus.

Der Komet ähnelt in seiner Form einer Quietscheente. Untersuchungen während der Mission ergaben, dass „Tschuri“ stinkt - zum Beispiel wegen Schwefelwasserstoffs nach faulen Eiern. Mit einem Volumen von etwa 25 Kubikkilometern (1 Kubikkilometer = 1 Billion Liter) zählt er zu den eher kleineren Kometen.

Die Verankerung der Sonde auf der Kometenoberfläche werde überprüft, konnte der technische Projektleiter des Landeteams, Koen Geurts, am Mittwoch im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln zunächst nur mitteilen. Demnach herrschte zunächst Unklarheit über die Standsicherheit der Sonde.

Es gebe „einige Anzeichen“, dass die Verankerung des Forschungsroboters nicht gewährleistet sei, sagte der Lande-Manager Stephan Ulamec. Das könne bedeuten, dass der Roboter „in weichem Material steckt“. An vielen Stellen ist der Komet mit Gesteinsbrocken übersät, es gibt aber auch hoch aufragende Felswände und steile Abgründe.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte es beim Klarmachen zum Landemanöver heikle Momente gegeben. Es war nicht sicher, ob auf „Philae“ eine Düse funktioniert, mit der der Lander aufgrund der sehr geringen Schwerkraft auf „Tschuri“ gedrückt werden sollte.

Wissenschaftler hoffen nach der Landung nun auf einen Blick in die Kinderstube des Sonnensystems, das vor 4,6 Milliarden Jahren entstand. Kometen sollen weitgehend unveränderte Materie aus dieser Zeit enthalten – sie gelten als Boten der Vergangenheit. „Rosetta“ und „Philae“ haben zusammen etwa 20 Instrumente an Bord, um „Tschuri“ unter die Lupe zu nehmen.

Lang im Betrieb ist „Philae“ aufgrund der Ladekapazität in den Batterien nicht. Der Hauptjob soll in wenigen Tagen erledigt sein. Ob eine Verlängerung für „Philae“ möglich ist, war zunächst unklar. Da „Tschuri“ allerdings Richtung Sonne unterwegs ist, dürfte „Philae“ die ganze Sache auch zu heiß werden - es droht der Hitzetod.

Kommentare (2)

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Herr wulff baer

13.11.2014, 09:33 Uhr

Man läßt also ein Minilabor auf auf einem stinkenden Kometen herumhüpfen, gibt dafür mehr als 1000 Millionen € aus, um herauszufinden, was auf der Erde nicht in Ordnung ist.

Außerdem könnte es vielleicht dem Hüpf-Labor gelingen, herauszufinden, wer Gott ist und wie das Universum entstanden ist.

Und das alles erfahren wir aus Medien, deren Betreiber offenbar genau wie die Veranstalter dieses Schwachsinns nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.

Herr Mohammed Chang

13.11.2014, 11:16 Uhr

Leider werden wir, auch aus dieser Mission, niemals erfahren warum es Menschen wie Sie gibt die immer wieder solch einen Schwachsinn schreiben ohne sich vorher zu informieren worum es überhaupt geht. Hauptsache irgendeinen Müll von sich geben ...
Die Mission wurde gestartet um einen Kometen zu erforschen. Hier geht es nicht um Gott oder darum das Philae auf dem Kometen 'herumhüpft'. Und auch nicht um die Entstehung des Universums sondern um Informationen wie unser Sonnensystem entstanden ist bzw. ob sich das Leben direkt auf der Erde entwickelt hat oder die Bausteine dazu aus eben solchen Kometen zu uns kamen.
Ein Sache wurde aber schon bewiesen: Menschen mit einem so begrenzten Horizont wie dem Ihrigen werden niemals aussterben. Leider.

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